FEEDBACK
Doppelpunkt vom 31.10 / 1.11.06
von Markus Müller
Grundeinkommen für alle: Utopie?
Es ist eine beachtliche Leistung die Idee Grundeinkommen und was damit in der Gesellschaft bewirkt und in den sozialen Institutionen ersetzt werden könnte im Medium Radio darzustellen. Ich hoffe, dass dadurch in diese lobbymässig gut verteidigte Branche, die sonnst, durch kollektive Denkverweigerung geschont wird, etwas Bewegung kommt. Die dort festgefahrenen, babylonisch/sisyphosartigen Konzepte sind angeschlagen wenn nicht Auslaufmodelle.
Prof. Reiner Eichenberger's Kopfrechnungen haben allerdings durch einen etwas überheblich/zynischen Unterton von Anfang an klar spürbar auf einen vorgefassten Abschuss gezielt. Soweit aber trotzdem noch eine gute Utopie, denn das gerechnete war nur eines von vielen möglichen Finanzierungsmodellen (das hätte aber klarer erwähnt werden müssen).
Was aber eindeutig überflüssig und für 400'000 bange Stellensuchende und Ausgesteuerte in der Schweiz eine krasse Beleidigung war, ist seine subjektive, private, persönliche Einschätzung der Situation dieser Ausgeschlossenen. Diese arrogante, saloppe Art belegte und einsehbar bekannte Faktoren als "Geschwätz" abzutun, sind schlicht unerträglich und zeugen von seiner realitätsfremden Sicht aus dem Elfenbeinturm der Finanzwissenschaft, realitätsfern und ohne Sozialkompetenz. Diesen Sätzen wurde zuviel Raum gelassen, sie tragen leichtsinnig (und unwidersprochen) zur Zementierung der Stigmatisierung und Ausgrenzung von Stellensuchenden und Ausgesteuerten bei. Dieser Mann hat sich dadurch ein Zornkonto eröffnet, das von tausenden Betroffenen mit ihrer Wut belastet wird, wen er weiterhin nur für die Arbeitsplatzbesitzenden rechnet und redet. Wenn dieses Konto überzogen ist (das Prekariat wird sich formieren), wird er nachts schlecht schlafen und am morgen nur noch mit Polizeischutz in seinen Elfenbeinturm fahren können.
einer von den oben genannten 400'000 Stellensuchenden/Ausgesteuerten
Hans H. Maag
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