31 Oktober 2006
Veranstaltung im Kaskadenkondensator Basel
Performancereihe work out mit den Gruppen Berlin n@work & Labor und GästenSa 11. November 17 UhrDie Gruppe Berlin n@work präsentiert uns ihr Projekt „Redefine Work“, Labor erweitert den Abend mit ihren Arbeitsrecherchen.
Gemeinsam erarbeiten wir die Arbeit aus der Arbeit heraus. Wir verarbeiten Gesehenes und Erlebtes und schaffen uns Grundlagen für die spätere Diskussion. Die Suppe essen wir in der Pause.
Gäste:
Daniel Häni vom unternehmen mitte (BS), spricht mit uns über die Initiative Grundeinkommen, Ana Katsidis, Künstlerin (LU), stellt das Projekt Arbeitsberg vor.
Wortgast: Willi Fillinger: Praktischer Philosoph (ZH), Unkostenbeitrag: Fr. 13.-
Projektverantwortung: Judith Huber
Flyer als PDF Kakadenkondensator, Werkraum Warteck PP, Burgweg 7, Basel
29 Oktober 2006
Grundeinkommen in PPM-City

Gefunden im
Archiv Grundeinkommen. Erschienen in der Gratis-Zeitschrift
20 minuten."«Vor drei Jahren hatte ich die Idee zur virtuellen Stadt PPM City, die zum Bewegen, Chatten und Aufgabenlösen einlädt», erzählt Sir Colin in einem wahren Freudenrausch über die Fertigstellung des Projekts, das in Europa seinesgleichen sucht. Anfang nächster Woche geht die Vollversion des 3-D-Games online.
Die User sind Einwohner von PPM City und erhalten monatlich
3000 Colins Grundeinkommen, das für von Steuern bis zu Blumen für den Onlineflirt ausgegeben werden kann."
27 Oktober 2006
Nimm die Idee, brich sie und verteil sie unter die Menschen

Ein flotter Bericht zur Veranstaltungsreihe von Franziska Schutzbach im Wochen-Magazin
"Das Goetheanum". Die Bilder sind von Stefan Pangritz.
Artikel lesen PDFLabels: Medienecho
25 Oktober 2006
Artikel in der NZZ - Radikale (Gedanken-) Experimente
Im Nachklang der Veranstaltungsreihe
"Einkommen schafft Arbeit ... Mehrwert durch Grundeinkommen" erscheint eine Besprechung von Mikael Krogerus in der
Neuen Zürcher Zeitung.
..."Die Befürworter argumentieren, dass auf der Basis eines Grundeinkommens und der daraus erwachsenden finanziellen Ungebundenheit mehr Wertschöpfung erwirtschaftet würde als im heutigen Sozialstaat. Hinter der Annahme steht die Frage nach dem Menschenbild. Wer davon ausgeht, dass Menschen ohne Druck nichts leisten, der sucht nach Systemen, die diesen Druck aufrechterhalten. Wer wie Götz Werner glaubt, dass Menschen etwas leisten wollen, wenn man sie nur lässt und nicht durch Bürokratie behindert, wird an der Utopie Gefallen finden. Das Grundeinkommen ist ein Gedankenexperiment, ein Denkanstoss, der bisher weder richtig durchdacht noch durchgerechnet ist. Welche Folgen die Einführung eines Grundeinkommens hätte, hängt wohl tatsächlich nicht zuletzt davon ab, ob und wie die Bürger die Freiheit, die das Grundeinkommen bietet, nutzen würden. Es gilt für alles Neue, was für die eigene Biografie gilt, sagten Veranstalter Enno Schmidt und Daniel Häni in ihrem Schlusswort: Logisch ist es erst im Nachhinein."
Artikel lesen PDFArtikel in der NZZ-OnlineLabels: Medienecho
Bischof für Grundeinkommen

In Österreich ist seit dem Wahlsieg der SPÖ das Wort "Grundeinkommen" in die politische Debatte gekommen. Der neue Kanzler in spe kündigte an, niemand solle in Österreich von weniger als 800 Euro leben müssen. Wenn man genauer hinschaut zeigt sich aber, dass es sich mit dem Kanzlervorschlag nicht um ein Grundeinkommen handelt - schon gar nicht um ein bedingungsloses - sondern um eine Art Einkommens-Untergrenze, bei der Nachweis- und Prüfverfahren bestehen bleiben.
Immerhin gibt die Debatte die Möglichkeit, echte Grundeinkommens-Modelle in die Diskussion zu bringen und sie gegenüber dem SPÖ-Vorschlag deutlich zu machen.
So hat sich beispielsweise der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz zu Wort gemeldet, der ein "bedingungsloses Grundeinkommen für alle" befürwortet. Ein beachtenswertes Wort aus der Katholischen Kirche! Gesagt ist nicht Getan: umgehend hat sich der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kapellari, eingeschaltet. Die Bischöfe sollten diese Frage dem bereits in Gang befindlichen Diskurs der demokratischen Öffentlichkeit überlassen, betonte er im ORF-Mittagsjournal.
Besser macht es Margit Appel, die vor drei Wochen bei uns zu Gast war. Sie geht in einem Interview bei derStandart.at sehr differenziert, behutsam und klärend auf die Debatte ein:
"Appel: Ein Grundsicherungsmodell wie es die SPÖ vorschlägt wäre sicher ein Fortschritt. Ein Grundsockel sowohl bei den Arbeitseinkommen als auch bei den Sozialleistungen-fehlt auf alle Fälle in Österreich, es kann ja nicht sein, dass in einem derart reichen Land wie Österreich Menschen mit lächerlichen Beträgen ihr Leben bestreiten müssen. Was wir an dem SPÖ-Modell kritisieren ist der Kontrollaufwand in Richtung Arbeitswilligkeit und Vermögensprüfung.
Wir gehen davon aus, dass es gesellschaftlich konstruktiver wäre, allen Menschen ein Existenzminimum in Form eines "Grundeinkommens" zu garantieren und damit die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass die Menschen im von ihnen bestimmten Ausmaß erwerbstätig sein können, sich in diversen Organisationen und auch in der Politik engagieren können und Männer und Frauen besser verteilt Arbeiten im Bereich der Kindererziehung, der Pflege, etc. leisten können."
Link zum Interview mit Margit AppelLabels: Bemerkenswert
24 Oktober 2006
Der Philosoph Timothy Speed zum Grundeinkommen

Ein sehr bemerkenswertes Audio-Statement von Timothy Speed zu den grundlegenden Überlegungungen und Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Statement hören Link"...das grundeinkommen ist ein erfolgsrezept, wenn wir dadurch jedem in der gesellschaft eine würdigung zukommen lassen. dann wird angst abnehmen und kreativität zunehmen... das wesentliche am grundeinkommen können wir nicht über zahlen begreifen, grundeinkommen ist ein grundlegendes neuverstehen von gesellschaft... den menschen als etwas fördernswertes verstehen... ein wandel der von den bürgern selbst getragen wird..."
Bundesrat Merz fürs Grundeinkommen - Ein Scherz?

Unser Kollege von rebell.tv interviewte gestern in Bern Bundesrat Merz, seines Zeichens Finanzminister der Schweiz, zum Grundeinkommen. SUPER! Endlich wird der richtige gefragte...
Nur leider versagen beim fragen dem doch so rebellischen Reporter die Nerven. Er machte - unglaublich - aus dem "Recht auf Einkommen" eine "Recht auf Geldgeben" und liefert dem lieben Bundesrat gleich auch noch eines der langweiligsten Argumente gegen das Grundeinkommen: "Faktisch haben wir das schon, oder?"
Zur Übertragung 1265 rebell.tvTrotzdem vielen Dank an
rebell.tv! Das nächste Mal einfach allen Mut zusammennehmen und fragen: "Herr Bundesrat, was denken Sie zum Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens in der Höhe von 2500 Franken. Gibt es da - ganz unter uns gesagt - überhaupt noch ein vernüftiges Argument dagegen?" Und noch eine Frage: "Die Initiative Grundeinkommen aus Basel schlägt die Zusammenfassung aller Produktionssteuern in eine transparent Mehrwertsteuer vor. Schlägt da ihr liberales Herz höher?"
Labels: Bemerkenswert
21 Oktober 2006
JOUR FIXE GRUNDEINKOMMEN

Zum ersten JOUR FIXE GRUNDEINKOMMEN kamen über 30 Leute in den SAFE des unternehmen mitte in Basel. Im engagierten und humorvollen Rundgespräch leuchten nochmals wesentliche Momente der intensiven Veranstaltungsreihe auf. Spannende Erfahrungen im Denken und Darstellen der Idee konnten ausgetaucht werden. Zwei Arbeitsgruppen wurden ins Leben gerufen.
"Warum werden manche Menschen richtiggehend aggressiv, wenn man von der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens erzählt?" Das war eine der brissanten Fragestellungen, der gemeinsam nachgegangen wurde. Daraus entstand u.a. der Vorschlag einer Arbeitsgruppe, die sich ein grundsätzliches Grundeinkommen-Argumentarium (FAQ) erarbeiten will. (Kontakt: Domenica Ott - domenicaott@bluewin.ch).
Eine weitere Gruppe will sich um Fragen der Machbarkeit und auch Finanzierung vertieft zusammensetzen:
Wie wäre eine Schrittweise Einführung denkbar? Ist Grundeinkomen ein revolutiönärer oder mehr ein evolutionärer Schritt? Wie lässt sich das Rechnen? Welches sind die besten Gegenargumente? (Kontakt: David Wüest-Rudin - wueest-rudin@freesurf.ch)
Wer sich für eine Mitarbeit interessiert, melde sich bei den betreffenden Kontaktpersonen.
Der nächste JOUR FIXE GRUNDEINKOMMEN findet am Mittwoch 29. November um 20.30 im unternehmen mitte statt.(Photo:
Stefan Pangritz)
20 Oktober 2006
Zwei Fernsehbeiträge zum Grundeinkommen im deutschen Fernsehen

Ein kurzer aber im Ansatz recht gut gemachter Fernseh-Beitrag zum Grundeinkommen. Ausgestrahlt am 20.10. in der ARD-Sendung Monitor.
Link zur Sendung im ARDNur eine halbe Stunde später trat Prof. Götz Werner in der viel beachteten Talkshow "Berlin-Mitte" im ZDF auf. Er kam kaum zu Wort, was lediglich die Ratlosigkeit und Arroganz der anwesenden Politiker noch deutlicher machte.
Link zur ZDF-Sendung Berlin-MitteDie Gäste waren:
Volker Kauder (CDU), Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion
Peter Struck (SPD), Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion
Carola Vollmar, arbeitslose Lageristin
Götz Werner, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von "dm-drogerie markt"
Paul Nolte, Historiker
Moderation: Maybrit Illner
Länge: 45 min
Labels: Bemerkenswert
18 Oktober 2006
Grundeinkommen für die Seele
Ein Beitrag von Enno Schmidt in der Oktoberausgabe des Kulturmagazins
die Drei.
Beitrag lesen PDFLabels: Medienecho
17 Oktober 2006
2000 Franken für alle: Wie würden wir leben?

Bettina Dieterle, Schauspielerin und Regisseurin nimmt die Fragestellung des Grundeinkommens in ihre Kolumne im Baslerstab auf:
Kolumne lesen PDF
Bettina Dieterle sprach u.a. am 5. Oktober auf dem Podium "Grundeinkommen - Kultureinkommen" im unternehmen mitte. (Links von ihr: Stefan Heinrich Ebner, rechts: Georg Darvas)
Labels: Medienecho
Leserbrief in der Basler Zeitung
Laut Nachdenken über Grundeinkommen
Daniel Häni in einem kurzen Interview (Mundart) auf DRS1 im Vorfeld der Veranstaltungsreihe "Einkommen schafft Arbeit... Mehrwert durch Grundeinkommen".
Sendung hörenLabels: Medienecho
15 Oktober 2006
Interview mit Götz Werner in der Basler Zeitung
10 Tage nach dem begeisternden Auftritt von Götz Werner im "unternehmen mitte" erscheint ein längeres Interview mit dem dm-Chef in der Basler Zeitung.Erläuternd zum Interview ist zu beachten, dass Götz Werner meist von einem Grundeinkommen in der Höhe von 1500 Euro (2300 Franken) spricht und damit eine Art "Kulturminimum" (ein sinniger Ausdruck von Werner) im Auge hat. Die 800 Euro entsprechen dem heutigen Transferbetrag in der BRD und erfüllen die Kritierien eines menschenwürdigen Existenzminimums kaum - jedenfalls nicht in der Schweiz.
Interview lesen Seite1 PDF
Interview lesen Seite2 PDF
Website von Götz WernerLabels: Medienecho
13 Oktober 2006
Jean Ziegler zum Grundeinkommen
"Zeit ist menschliches Leben"Auch das mittlerweile 10 Interview in
"a tempo" zur Zuknuft der Arbeit ist sehr lesenswert! Diesemal erzählt
Jean Ziegler aus seiner engagierten Arbeit als UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Er äussert sich auch zum Grundeinkommen:
a tempo: Eine letzte Frage zum Thema Arbeit: Sehen Sie in unserem europäischen Umfeld, vor dem Hintergrund der charakterisierten großen Linien, irgendeinen Aspekt als besonders wichtig an?
Jean Ziegler: Das Grundeinkommen! In einer Welt, in der die Bedeutung der Erwerbsarbeit immer mehr abnimmt, ist es eine der dringlichsten Ideen überhaupt. Die Arbeitslosigkeit wird steigen und es ist längst nicht mehr sicher, dass jeder immer Arbeit hat. Aber es ist in jedem Fall sicher, dass der Mensch immer essen muss! Das Grundeinkommen verhindert, dass ein Mensch in Existenzangst zurückgeworfen wird und verzweifelt. So gesehen ist ein geregeltes Grundeinkommen auch ein Beitrag zur Verteidigung der Demokratie, des Gesellschaftsvertrags und eigentlich
der Zivilisation insgesamt.
Ganzes Interview lesenLabels: Bemerkenswert
12 Oktober 2006
Jour Fixe - Grundeinkommen
Einladung zum 1. "Jour Fixe - Grundeinkommen".Rundgespräch mit Informationen, Feedbacks zur Veranstaltungsreihe, Ideen und Vorschläge für weitere Projekte, Fragen und Anregungen zur Initiative Grundeinkommen.
Freitag 20. Oktober um 20.30 im unternehmen mitteMit besten Grüssen
Enno Schmidt und Daniel Häni
11 Oktober 2006
Grundeinkommen zum Erntedankfest

"Braucht es in einer dynamischen Fruchtfolge neben Gemüse und Getreide neue Initiativ-felder für unseren Geist? Ich kann die Bundesdirektzahlungen in neuem Licht sehen. Sie sind unser Grundeinkommen und ermöglichen uns Pflanzen und Tiere zu pflegen und Lebensmittel für die Menschen zu kultivieren. Alle möchten die Arbeit
sinnvoll,
motivierend und be
geisternd erleben".
Dies ein paar Worte aus der Einladung an die Initiative Grundeinkommen am Erntedankfest des Schwalbenhofs in Hauptikon (am Albis) die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens vorzustellen. Wir nahmen die Einladung gerne an und konnten somit unser Veranstaltungsreihe (Einkommen schafft Arbeit ...) sehr sinnig und ebenso sinnlich abschliessen!

Das geistreiche Impulsreferat von Enno Schmidt mündete in eine angeregte Diskussion über Mehrwert, Selbstwert und die Idee einer reinen Konsumbesteuerung.

Der Schwalbenhof wird von der Familie Schneiter zusammen mit einem jungen Team biologisch dynamisch bewirtschaftet. Sehr eindrücklich war der anschliessende Rundgang über den Hof, der uns klar machte, dass die Bauern nicht einfach Produkte erzeugen zum Verkauf, sondern jeden Tag neu an einem Gesamtkunstwerk arbeiten, das mit dem Produktepreis niemals umfassend abgegolten werden kann.

Von l.n.r. Alfred und Silvia Schneiter, Enno Schmidt, Daniel Häni und Alma, die sich wunderte, dass dort auch eine Kuh diesen Namen trägt.
Labels: Einkommen schafft Arbeit - Basel 2006, Veranstaltungen
10 Oktober 2006
Alle Fragen zum Grundeinkommen
Zum Abschluss der 12-tägigen Veranstaltungsreihe
"Einkommen schafft Arbeit ... Mehrwert durch Grundeinkommen" kamen (unerwartet) nochmals über 100 engagierte Menschen ins Kuratorium um möglichst viele Fragestellungen, die durch die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens aufgeworfen werden von verschiendenen Gesichtspunkten zu kneten. Ein Brot wurde da gebacken, das nicht schnell aufgegessen sein wird!
Hier ein paar bildliche Impressionen:










(Photos:
Stefan Pangritz)
Labels: Einkommen schafft Arbeit - Basel 2006
09 Oktober 2006
Grundeinkommen denken

Am 5./6. und 7. Oktober fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Einkommen schafft Arbeit ..." jeweils ein nachmittägliches Seminar mit
PD Dr. Andreas Brenner statt. Anhand eines Textes von Seneca wurden Aspekte zum Grundeinkommen entwickelt.

Photos:
Stefan PangritzLabels: Einkommen schafft Arbeit - Basel 2006
Geschichten vom Geld

Julia Klein (links) und
Micaela Sauber bezauberten mit ihren ausgewählten Geschichten und Märchen zum Geld das zahlreiche Publikum im Kuratorium. Im anschliessenden Gespräch wurde einerseits deutlich, dass das Märchengold nicht immer nur den Franken und den Euro meint, mit dem der "Gute" belohnt wird, sondern das Gute selbst. Andererseits wurde gerade dadurch deutlich, dass Grundeinkommen jeden Menschen meint, den Guten, den Bösen, den Dicken, den Dünnen, den Reichen und natürlich auch den Armen.


(Bilder:
Stefan Pangritz)
Labels: Einkommen schafft Arbeit - Basel 2006
06 Oktober 2006
Grundeinkommen und die KünstlerInnen

7 ausserordentliche Persönlichkeiten debattierten im übervollen Kuratorium zum Selbstverständnis von Kunst, Kultur und Gesellschaft. Dieser (10!) Tage unserer Veranstaltungsreihe bescherte uns eine Implosion am Kunstbegriff und Klarheit darüber, dass Grundeinkommen nicht nur den Künstler im Menschen meint, sondern vorallem auch den Menschen im Künstler.


V.l.n.r.
Stefan Heinrich Ebner, Künstler,Berlin
Bettina Dieterle, Schauspielerin, Basel
Georg Darvas, Theaterdirektor, Dornach
Adi Blum, Erfinder, Luzern
Heinrich Gartentor, Kulturminister, Thun
Veronika Sellier, Migros-Kulturprozent, Romainmotier
Britta Polzer, Kuratorin, Zürich




Photos:
Stefan PangritzLabels: Einkommen schafft Arbeit - Basel 2006
Grundeinkommen - ein Zeitspiegel
Das Grundeinkommen bündelt Zeitfragen, weil es sich auf das Leben der Menschen bezieht, und fächert sie auf in neue Chancen, in unterschiedliche Stränge gesellschaftlicher Entwicklung. Es berührt die Themen der Zeit und ist eine Basis für Veränderungen.
Schmidt liest LotterEnno Schmidt las aus dem neuen Buch von Wolf Lotter „Verschwendung“
Gronbach liest Van der MeulenSebastian Gronbach, Redakteur der Zeitschrift Info3 und inmedia, las aus dem neusten Buch „Herzwerk“ von Jelle van der Meulen.

Adrienne liest GoehlerAdrienne Goehler, Kuratorin der Hauptstadtkulturfonds Berlin, ehemalige Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, las aus ihrem neuen Buch „Verflüssigungen“

Als Supplement las Sebastian Gronbach aus Zeitungen des Tages, zwischen den Zeilen, aktuell, spirituell, informell
Ein wunderbarer Abend mit zwei hochkarätigen Gästen und einem tollen Publikum!
Bücherhinweise:
Jelle van der Meulen, Herzwerk, über die Lüge, den Abgrund
und die Liebe, Urachhaus Verlag 2006
Wolf Lotter, Verschwendung, Wirtschaft braucht Überfluss –
die guten Seiten des Verschwendens, Hanser Verlag 2006
Adrienne Goehler, Verflüssigungen, Wege und Umwege –
vom Sozialstaat zur Kulturgesellschaft, Campus Verlag 2006
Labels: Einkommen schafft Arbeit - Basel 2006
Arbeitslosigkeit sichtbar
Grundeinkommen bei der Eröffnung der Ausstellung Arbeitslosigkeit sichtbar! In Zürich von Jens Martignoni
Am 5. Oktober wurde im Gemeinschaftszentrum Riesbach im Zürcher Seefeld die Ausstellung „Arbeitslosigkeit sichtbar!“ eröffnet. Fünf Künstlerinnen und Künstler zeigen auf grossformatigen Plakaten die verdrängten Aspekte der Arbeitslosigkeit. Dabei schöpfen sie aus der am eigenen Leibe erlebten Erwerbslosigkeit. Als möglicher Weg aus der heutigen Misere wurde das Grundeinkommen vorgestellt und die „Initiative-Grundeinkommen“ aus Basel kurz präsentiert. Die sehenswerte Ausstellung läuft noch bis zum 15. Dezember 2006.
Die Ausstellung besticht durch das gemeinsam erarbeitete grafische Konzept mit starker Betonung des textlichen, aber auch durch originelle Ideen. Dabei ist manchmal ein zynischer oder klassenkämpferischer Unterton herauszuspüren. Arbeitslos sein, heisst leider immer auch, sich mit den verdrängten, versteckten Emotionen unserer Gesellschaft auseinandersetzen zu müssen. Hier werden sie nun zum Teil sichtbar gemacht. So wird diese Kunst auch in sich zum Aufruf, die ungleiche Verteilung der Geldwerte in unserer Gesellschaft endlich einmal ernsthaft zu diskutieren und Arbeitslosigkeit nicht als Naturphänomen hinzunehmen, sondern als menschgemachte Fehlentwicklung zu korrigieren.
Ein Ansatz dazu wäre das Grundeinkommen. Die Idee eines solchen Grundeinkommens wurde von Ursula Knecht-Kaiser, Theologin und Labyrinth-Denkerin aus Wallisellen, kurz dargelegt. Sie ist Mitglied des Gesprächsforums
„Gutes Leben“ und setzt sich für ein solidarisches und erfülltes Zusammenleben ein. Die Vorstellung der Basler „Initiative-Grundeinkommen“ übernahm Jens Martignoni, Sozialingenieur, Mitarbeiter der Basler Initiative und Mitglied von FleXibles, Verein zur Förderung neuer Arbeitsformen. Die präsentierten Ideen fanden Anklang beim Publikum und warfen sofort viele Fragen auf. In der lebhaften Diskussion, die anschliessend sich anbahnte, entstand die Idee, noch während der Laufzeit der Ausstellung eine vertiefte Veranstaltung zum Grundeinkommen durchzuführen. Die Beteiligten sind an einer Weiterentwicklung interessiert und suchen auch noch weitere Orte für ihre Ausstellung.
Arbeitslosigkeit sichtbar!, GZ Riesbach, Seefeldstrasse 93, 8008 Zürich, Di/Mi 14-22, Do/Fr 14-18, Sa 10-13, Besuch kostenlosWeitere InformationenGerne nimmt der Autor Anregungen oder Kommentare entgegen:
Jens Martignoni – jmartignoni@flexibles.ch
04 Oktober 2006
Die Herren der Erschöpfung erklären uns die Welt: Eine Frau antwortet

Die Veranstaltungen zur Idee des Grundeinkommens lassen uns an einer Idee teilhaben, die - so wurde mir gesagt - mehr denn je in die aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse passt. Ich habe mehrere Abende lang Vorträgen und Podiumsgesprächen gelauscht und soweit ich verstanden habe, kann ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht nur die materielle Existenz der Menschen besser sichern, sondern es ermöglicht ihnen auch, das zu arbeiten, was sie wirklich möchten. Dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack darüber, dass mir hier die Welt erklärt werden soll (Vornehmlich von Männern über 50). Ich verlasse die Veranstaltungen mit dem Gefühl, dass ich ein wenig dumm bin, wenn ich die Idee noch nicht begreife, und dass allein das Begreifen der Idee ihre Richtigkeit zementiert. Aalglatt, und mit beinahe zwanghafter Unangreifbarkeit wird uns die Perspektive eines bedingungslosen Grundeinkommens verkauft. Vielleicht ist es ein Generationenproblem. Vielleicht haben die doch etwas älteren Schöpfer der Idee nicht bemerkt, dass ein all zu schneidender „Rational-Sozialismus“ ein Relikt aus vergangener aufklärerischer Bevormundungsrhetorik ist, und dass die Wunschvorstellung vom „guten Patriarchen“, vom väterlichen Welterklärer oder philosophischen Monarchen ebenso verfänglich wie unsexy ist, und zuletzt: Dass der Versuch, all zu objektive Wahrheiten zu vermitteln, nicht nur am Ziel vorbeigeht, sondern vor allem jene Hilflosigkeit zum Ausdruck bringt, die zu verbergen die Dozenten so bemüht sind.
Was ich hier schreibe, versucht den Standpunkt der jüngeren Generation zu skizzieren, der unter Dreissigjährigen. Konkreter: den weiblichen Teil der jüngeren Generation. Wie trifft uns die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens?
Vielleicht hätte ein kleine Anmerkung gereicht. Ein kleines Eingeständnis daran, dass es Brüche gibt in unserem Glauben an die „grosse Idee“ (Die Wiener Politologin Margit Appel hat bisher als einzige Referentin ihren biographischen Standpunkt dargelegt. Sie hat ihre Ideen damit nicht nur glaubwürdig gemacht, sondern auch die Allmacht objektiver Sichtweisen auf befreiende Weise entkräftet). Die Herstellung von Wissen und Ideen ist ein Prozess, bei dem das, was von der Welt gewusst werden kann, durch die Machtverhältnisse, in die wir alle eingebunden sind, sowohl ermöglicht als auch beschränkt wird. Mir fehlte bei allen bisherigen Veranstaltungen die Ehrlichkeit eines solchen Eingeständnisses. Ich bin Feministin, und dies bedeutet - im Gegensatz zu vielen Vorurteilen – mehr, als einen gleichwertigen Status der Frau oder eine gleichberechtigte materielle Verteilung zwischen den Geschlechtern einzufordern. Feministisch sein bedeutet, dass man sich klarmacht: Position beziehen beinhaltet immer auch, dass man Praktiken der Macht ausübt, dass man etwas als „wahr“ setzt und dabei anderes ausschliesst. Für solche Praktiken müssen wir die Verantwortung tragen.
Und ebendiese Verantwortlichkeit fehlt bisher bei den Männern, die uns das Grundeinkommen als neue Gesellschaftsordnung vermitteln wollen. Ich kritisiere keine Inhalte, wohl aber Haltungen. Ich unterstelle den männlichen Vertretern des Grundeinkommens, dass sie eine Position einnehmen, ohne eine Angriffsfläche zu bieten. Ich hatte das Gefühl, dass diese Männer uns Blickwinkel eröffnen, die schon im Voraus bekannt zu sein scheinen, die wir nicht mehr aushandeln müssen. Wir aber wollen Ideen mit offenem Ausgang und mit Menschen dahinter, die die Irritation einer solchen Offenheit ertragen und vermitteln können! Was ich mir wünsche: Eine leidenschaftliche Unvoreingenommenheit. Das ist eine Metapher, Leidenschaft und Unvoreingenommensein widersprechen sich. Leidenschaft steht für „Eingenommenheit“, von etwas beseelt und vereinnahmt sein. Unvoreingenommenheit für Distanzierung, Abgekühltheit oder auch Neutralität. Die leidenschaftliche Unvoreingenommenheit meint eine Objektivität, die ihren eigenen Standpunkt nicht als einen Blick von nirgendwo auf die ganze Welt verkauft. Jeder Standpunkt ist verflochten in Machtmechanismen. Jeder Blick hat einen Standort, einen Winkel und eine begrenzte Reichweite und niemand kann sehen, ohne selbst gesehen zu werden. Wer etwas sieht und zum Ausdruck bringt, stellt sogleich etwas dar, ist also nicht mehr unschuldig objektiv, sondern verwoben in seine eigene Biographie oder die Biographie seiner Kultur.
Es ist ein kolonialisierender, ja entzaubernder Wunsch, einen allmächtigen Blick von nirgendwo nach überallhin zu haben. Und es ist ein Wunsch, dem der (westliche) Mann seit der Aufklärung hilflos verfallen zu sein scheint. Donna Haraway, eine der führenden feministischen Naturwissenschaftlerinnnen, bezeichnet diesen Wunsch als „Göttlichen Trick“. Ein scheinbar unschuldiger Trick, der es den Menschen ermöglicht, einen neutralen Standpunkt einzunehmen, mit dem sie die Macht haben, die Welt so zu sehen, wie sie ist.
Wenn ich für einen feministischen Standpunkt plädiere, geht es mir um eine Haltung, mit der wir Projekte und Ideen mit offenem Ausgang betreiben. Wir sind nicht für die Welt verantwortlich, wir leben hier einfach und versuchen, mittels unserer Werkzeuge, nicht-unschuldige Konversationen zu beginnen. Und dazu gehört das Eingeständnis, dass unsere Sicht der Dinge oft eine Interpretation aus einem nicht-unschuldigen Standpunkt heraus ist. Dieses Eingeständnis habe ich in den letzten Tagen vermisst, und vermisse ich auch in den Schrifterzeugnissen über das Grundeinkommen.
Franziska Schutzbach, Mitarbeiterin der Initiative Grundeinkommen
Labels: Bemerkenswert, Einkommen schafft Arbeit - Basel 2006
Götz Werner im "unternehmen mitte"
Weit über 300 Gäste strömten am Dienstag Abend in die "mitte" um den zur Zeit vielleicht brilliantesten Vertreter der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens zu sehen und hören. 



(Photos:
Stefan Pangritz)
Labels: Einkommen schafft Arbeit - Basel 2006
03 Oktober 2006
Wie lässt sich ein Grundeinkommen finanzieren?
Im "unternehmen mitte" trafen zwei entgegen gesetzte Pole eines Für und Wider des Grundeinkommens und seiner Finanzierung auf. Dr. Benediktus Hardorp aus Mannheim, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, gilt als Entwickler der aktuell diskutierten Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens durch die Mehrwertsteuer. Sein Vorschlag leitet sich u.a. aus der Überlegung ab, dass die Steuer erst am Ende der Wertschöpfungskette erhoben werden soll. Auf dem Weg der Herstellung einer Ware oder Dienstleistung sollen keine Steuern erhoben werden. Keine Unternehmenssteuern also, keine Einkommenssteuern. Die Steuer ist ein Teilungsvorgang der Wertschöpfung in den Staatsanteil und in den Privatanteil. Dieser Teilungsvorgang soll an dem Punkt geschehen, wo der Einzelne die Leistung anderer für sich zum Verbrauch in Anspruch nimmt; im Kauf also, im Konsum. Alle Steuern sollen nach in der Konsumsteuer zusammengefasst und somit auch transparent werden. Dadurch verringern sich die Nettopreise, denn in ihnen sind nicht mehr wie Heute alle Steuern aus dem Wertschöpfungsweg enthalten. Die dann sehr hohe Konsumsteuer/Mehrwertsteuer von ca. 80%, die gesamte Staatsquote in der Mehrwertsteuer, führte nicht zu einer Erhöhung der Endpreise für die Verbraucher.

Da die Mehrwertsteuer nicht über die Staatsgrenzen geht, würden inländische Produkte im Ausland billiger. Denn in ihren Nettopreisen sind nicht mehr wie Heute die vielfältigen Steuern der Wertschöpfungskette enthalten, das heißt, die Kosten der inländischen Infrastruktur. Produkte aus dem Ausland hingegen würden im Inland mit der hohen Mehrwertsteuer belastet und also teurer. Das ist ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil für das Land, welches alle Steuern in der Mehrwerstteuer abbildet. Es gäbe also auch für andere Länder einen hohen Anreiz, ihr Steuersystem in dieser Weise umzustellen auf die alleinige Mehrwertsteuer.

Ob wir diese Steuer Mehrwertsteuer nennen oder Verbrauchssteuer, Konsumsteuer, Umsatzsteuer, gemeint ist der Vorgang, dass die gesamte Staatsquote, alles Geld, mit dem wir den Staat zur Erledigung der von uns gewollten Aufgaben beauftragen und bezahlen, in einem einzigen Steuerbetrag zusammengefasst wird. Benediktus Hardorp zeigte die Herkünfte und Wirkungen dieser Steuerrechtsänderung auf. Kernpunkt ist, dass die Zusammenfassung aller Steuern in der Mehrwertsteuer die Initiative der Menschen fördert und demokratische Transparenz in der Steuer herstellt, dass sie außerdem der globalisierten Wirtschaft angemessen ist. Staatskosten werden nicht mehr mit den Preisen ins Ausland transferiert. Die Mehrwertsteuer ist eine Steuer, vor der man nicht weglaufen kann. Arbeit und Unternehmen sind ihrem Wesen nach steuerfrei.
Prof. Dr. Reiner Eichenreger, Finanzwissenschaftler von der Universität Fribourg, hielt dagegen, dass bei einer so hohen Mehrwertsteuer massiv mit Steuerbetrug zu rechnen sei. Die Mehrwertsteuer, aus der dann ein Grundeinkommen finanziert werden solle, sei im Übrigen nur eine verdeckte negative Einkommenssteuer, und die funktioniere nicht. Um ein Grundeinkommen von 3 Tausend SFr. zu finanzieren, müsste die Mehrwertsteuer dann etwa 170 % betragen. Warum nicht gleich 6 Tausend SFr. für jeden? Es sei eine reine Utopie. Eintausend Franken für jeden seien zu finanzieren. Das Grundeinkommen sei aber damit verbunden, dass es alle heutigen Sozialleistungen ersetzt. Denen, die das Geld brauchen, die heute mit den Sozialleistungen viel besser gestellt sind, würden die Leistungen weggenommen. Es sei auch völlig illusorisch und nicht mal wünschenswert, dass mit einem Grundeinkommen alle plötzlich kreative Künstler werden. Wozu sollten Menschen, die kein Grundeinkommen brauchen, eines erhalten? Die Idee des Grundeinkommens, so Prof. Eichenberger, sei ihm im Grunde sympathisch. Um sie aber nicht in Utopien zu verlieren, sollte es ein Grundeinkommen geben für diejenigen, bei denen damit tatsächlich innovative und kreative Potentiale freigesetzt werden.

Der Moderator wies darauf hin, dass die Höhe eines Grundeinkommens davon abhängt, was wir wollen, was wir für richtig erachten, was dann auch finanzierbar ist, und dass die konkrete Zahl sich im Laufe einer schrittweisen Einführung erst ergeben kann. Mit einer hypothetischen Zahl gegen das Grundeinkommen abzurechnen, sei also gegenstandslos.
Der Begriff der Kreativität würde im Übrigen heute als sehr verflachtes Schlagwort gehandhabt. Dass viele sich in künstlerischen Berufen tummeln, in denen sie nicht besonders gut sind, läge daran, dass in den Tätigkeitsfeldern und Berufen, wo sie wirklich gut sein könnten, nicht die Freiräume bestehen, die qualitative, selbst bestimmte Arbeit zulassen. Da würde das Grundeinkommen neue Chancen auftun. Ein Grundeinkommen, das selektiv gegeben wird, habe die bekannten Nachteile der Kriterienkataloge, wie sie auch Stiftungen handhaben, die sich in der Praxis von den individuellen Intentionen der Menschen entfernen, durch langwierige Vergabverfahren Aktivität mehr behindern als fördern. Es sei besser, die Menschen nicht mehr wirtschaftlich zu bevormunden, nicht von Oben festzulegen, wer beispielsweise kreatives Potential habe und wer nicht, wer ein Grundeinkommen brauche und wer nicht, sondern es tatsächlich jedem und jeder in seine und ihre Verantwortung zu geben, wie er oder sie sein Leben führt und sich für andere einsetzt.
Dr. Benediktus Hardorp wies darauf hin, dass auch bei einem Grundeinkommen und bei einer alle Steuern enthaltenden Mehrwertsteuer viele situative- und Sonderregeln möglich sind, wenn wir dies für sinnvoll erachten. Es gehe zunächst um das Denken und Verstehen der Idee im Überblick, in ihren Herleitungen und anzunehmenden Folgen.
Prof. Eichenberger räumte ein, dass es hierbei vor allem um das Menschenmodell ginge. Ist der Mensch innovativ, gut und altruistisch? Oder folgt er seinem egoistischen Vorteil?
Dr. Hardorp verglich diese Frage später mit einer anderen: „Ist das Glas halb leer, oder ist es halb voll?“
Eine wichtige Bestätigung des Mehrwertsteuermodells gab es von Prof. Eichenberger bezüglich der Transparenz. Steuerhinterziehung findet heue in großem Umfang statt. In der Schweiz ist dort die Steuerhinterziehung am geringsten, wo die Leute wissen und mitbestimmen, was mit der Steuer gemacht wird. Die Mehrwertsteuer, in der sich der gesamte Staatsanteil zeigt, würde in diese Richtung wirken. Einsicht und Sinnfindung sind die einzig wirksamen Mittel gegen den Steuerbetrug.

Diese Debatte im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Initiative Grundeinkommen war hoch geladen mit Ausgrenzung und Ignorieren der Position des Anderen. Dennoch zeigten die Ausführungen von Dr. Hardorp einen Einblick in die Idee der alleinigen Konsumbesteuerung, und Prof. Eichenbreger konnte Schwellen deutlich machen, die mit Recht oder Unrecht – das blieb auf dem Podium letztlich unbeantwortet – gegen die Idee stehen und von manchen Befürwortern träumerisch übergangen werden. Viele Beiträge aus dem Publikum brachten aber Antworten auf diese Fragen aus eigenen Erfahrungen und fröhlichen Perspektiven. Nur ein Wortbeitrag sprach von einem anthroposophischen Wir in der Idee des Grundeinkommens, was als ausgrenzender Tiefschlag von der Mehrzahl der ZuhörerInnen gütlich überhört wurde.
Die Idee des Grundeinkommens wie seiner Finanzierung gehört niemandem. Die Auseinandersetzung ist frei. Über allem Für und Wider steht die Achtung des Anderen. Mit dieser Einstellung befand sich die Initiative Grundeinkommen Gestern auf dem Prüfstand und auf stürmischer See.
Labels: Einkommen schafft Arbeit - Basel 2006
02 Oktober 2006
Filmpremiere im unternehmen mitte

Zum ersten Mal wurden Gestern Abend zwei Filme zum Grundeinkommen im Kinoformat gezeigt. Ganz normale Menschen im Großformat, Debatten, Gedichte und gefilmte Performances der Initiative Grundeinkommen, Interviews und Vortragsausschnitte, Kabarett- und Theateraufnahmen zum Thema aus vielen Städten in der Schweiz und in Deutschland.
Es seien mehr Fragen als Antworten in den Filmen, sagte ein Zuschauer. So ist es gemeint. Die Filme erzählen von dem, wie die Leute denken. Pro und Kontra, Abwegiges und Ungeahntes, durchdacht Ausformuliertes und Fragmentarisches und in der Komposition Antworten, die nicht endgültig bleiben. Die Filme sind informativ, schaffen aber vor allem einen Raum, in den danach jeder und jede aus dem eigenen Fundus hineinprojizieren kann.
In einer Woche werden die Filme dieser Filmnacht online auf
www.grundeinkommen.tv zu sehen sein.

Labels: Einkommen schafft Arbeit - Basel 2006
01 Oktober 2006
Grundeinkommensdebatte am Goetheanum

Gestern Abend diskutierten vor voll besetztem Saal am Goetheanum in Dornach Matthias Spielkamp, Götz Werner, Götz Rehn, Ulrich Rösch, Christoph Koellreuter und Benediktus Hardorp über den Arbeitsbegriff und die Solidarität, über das bedingungslose Grundeinkommen als europäisches Thema oder weltweites, und über den Vorschlag der Steuerrechtsänderung von Benediktus Hardorp, der maßgeblich ist auch für eine Finanzierung des Grundeinkommens.
Die Moderation des Podiums hatte Paul Mackay.
Lebhaft wurde das Gespräch, als aus dem Plenum immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass mit einem Wegfall progressiver Einkommensbesteuerung und der Mehrwertsteuer als einziger Steuer - so Hardorps Vorschlag - die Reichen ungehindert reicher werden und ihren Beitrag zur Gemeinschaft nicht mehr leisten. Haben das Grundeinkommen und die vorgeschlagene Steueränderung nicht zur Folge, dass Unternehmer wie Götz Werner sich die Taschen noch voller stopfen? Wo bleibt da die Gerechtigkeit?
Angenehm unparteiisch brachte Matthias Spielkamp (Wirtschaftsmagazin brand eins) sein originäres Denken und Umfeldinformationen in die Diskussion ein. Christoph Koellreuter schuf durch seine Anti-Grundeinkommen Haltung eine belebende Reibefläche für viele spritzige Pro-Argumentationen. Bezogen auf eine interessante Gesellschaftsentwicklung hatte er zuvor gesagt: 'Nach Deutschland schauen wir in der Schweiz schon lange nicht mehr. Eher vielleicht nach Skandinavien.'
Schönes Fest. Leider ohne eine Frau auf dem Podium!
Benediktus Hardorp wird seine Idee einer Zusammenfassung aller Steuern in der Mehrwertsteuer/Konsumsteuer am Montag,
2. Okrober, von
15:00 bis 16:30 Uhr im Unternehmen Mitte in einem Seminar erläutern.
Um
20:30 Uhr trägt er i
n der Halle des Kaffeehauses die Steuerrechtsänderung vor.
Podiumsdiskussion mit Prof. Reiner Eichenberger, Universität Fribourg.
Und alles, was Sie wissen wollen.
Götz Werner ist am Dienstag, den
3. Oktober, bei uns zu Gast.
Der Vortrag beginnt um 20:30 Uhr. Anschließende Diskussion - open end.
Arbeit - eine Herausforderung
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Tolle Veranstaltung zum Grundeinkommen am 6. und 7. September in Stuttgart mit u.a. Götz Werner und Benediktus Hardorp
Link zu den Veranstaltern
Grundeinkommen statt Hartz IV

Rundfunk Berlin Brandenburg:
Klipp und Klar am 26.09.2006
"Fünf Millionen Menschen ohne Arbeit und das politische Ziel der Vollbeschäftigung in weiter Ferne - ein Blick auf den Arbeitsmarkt verspricht nichts Gutes. Und den Reformen rund um Hartz IV fehlt bislang die Durchschlagskraft. Goetz Werner, Chef einer der größten Drogerieketten in Deutschland mit 23.000 Mitarbeitern, kämpft nicht zuletzt deshalb für eine völlig neue Auffassung von Arbeit.
Der Unternehmer aus Karlsruhe will die Menschen von der Pflicht zur Arbeit befreien, um so die "kreativen Kräfte des Einzelnen" zu wecken. Seine Forderung: ein Grundeinkommen in Höhe von ca. 1.500 Euro für alle – bedingungslos und lebenslang. Finanziert werden soll dieses Bürgergeld durch den Wegfall aller Sozialabgaben und Subventionen sowie eine drastisch erhöhte Mehrwertsteuer.
Was ist von einem solchen Konzept zu halten – fantastische Spinnerei oder echte Alternative zur jetzigen Arbeitsmarktpolitik? Ist die Kritik an Hartz IV berechtigt? Macht das "manische Schauen nach Arbeit", wie Werner formuliert, eine Gesellschaft wirklich krank?"
Es diskutieren am Dienstag 26.9.06 live bei KLIPP UND KLAR:
Thilo Sarrazin, SPD, Berliner Finanzsenator
Katja Kipping, DIE LINKE, stellvertretende Parteivorsitzende
Goetz Werner, Chef der Drogeriekette dm
Gunter Gabriel, Sänger
Moderation:
Andreas Schneider
Link zur SendnungAm Dienstag 3. Oktober spricht Götz Werner live im
unternehmen mitte 20.30
