Als einstmals Aktive in der Frauenbewegung hat mich die intellektuelle Verklemmung der "Schwestern" damals mehr als einmal verständnislos gelassen. Dabei waren einige Akademikerinnen, andere parteipolitisch engagiert, Hausfrauen gab es bezeichnenderweise so gut wie nicht, so dass man ein gewisses intellektuelles Potential hätte erwarten können in solchen sich "fortschrittlich" verstehenden Kreisen. Wahrscheinlich hätte es einiger Hausfrauen bedurft, um dem Thema "Freiheit" näher kommen zu können.
Einige Male hatte ich gar den Eindruck, hart an einer Steinigung vorbeigeschrammt zu sein, mit gelegentlich geäusserten abweichenden Gedanken wie z.B. dem "Familieneinkommen" im Unterschied zu dem üblichen "seinem Geld". Eine Diskussion fand nie statt, weil sie von vorn herein abgeblockt wurde. Bevormundung und Denkverbot wie Sie es in Ihrem Kommentar zu Frau Schneckenburger feststellen, war also damals schon Standard, es hat sich offensichtlich seitdem nichts gebessert. Die Damen haben Angst, etwas zu denken, was über ihren begrenzten, weil gelernten Horizont hinausgeht. Der Horizont ist die Partei oder die Religion oder das im akademischen System Gelernte, immer also das übernommene Mass aller Dinge.
Weiblichkeit heute ist in einem desolaten Zustand. Und wenn eine schon das arme kleine "es" braucht, um "Sinn zu machen" (wie macht es das und warum???), dann lässt das wenig Gutes ahnen. "Es" macht ja bekanntlich gar nichts! Am allerwenigsten "macht es" Denkvermögen.
Meine Hypothese ist, Frauen, die ihre Formation in Männerstrukturen (Parteien, Universitäten) erhalten haben, denken "traditionell" wie ihre Lehrmeister und wahrscheinlich nehmen sie die Welt auch so "elitär" wahr. Ich bin dieser Mentalität nicht nur bei sogenannten "Feministinnen" begegnet, sondern auch unter Matriarchatsforscherinnen, die allerdings ebenfalls aus dem Feminismus kommen, aber was Mentalität anbelangt, nichts dazugelernt haben, obwohl sie von ihrem auf alte Frauenkultur bezogenen Wissensgebiet eigentlich für Besseres vorbereitet sein müssten. Aber Theorie ist halt das eine, die Praxis dagegen etwas ganz anderes. Und wenn dann noch etwas Phantasie gefragt ist, dann ist das entschieden zuviel für die Systemtreuen. Herrschafts- und Eliteallüren sind offensichtlich auch für viele Frauen attraktiv nach einer mindestens 1000jährigen Konditionierung durch das Patriarchat und zu patriarchalen Männersystemen. Die "oben" wollen auf die Kontrolle über die "unten" nicht verzichten. Dann lieber nur über Freiheit schwatzen, damit alles so bleibt, wie es ist.
Ich kann Sacha Liebermanns Verwunderung über die feministische Einstellung zur Freiheit ohne Zwang zur Arbeit, zu welchem Preis auch immer, gut nachvollziehen. Die Damen gehören ja im allgemeinen nicht zu jenen, die zu jedem Preis ihr Sonntagsbrötchen erarbeiten müssen. Fragen Sie doch nur einmal die alten Hausfrauen, ob sie sich ein Grundeinkommen vorstellen können. Ich bin ziemlich sicher, Sie werden interessierte Zuhörerinnen haben.
melufee (http://www.hfmelusina.net, mit Kontaktformular)
Kommentar ¦ Geschrieben von
am 26 Juni, 2007 01:59 Uhr.
Als einstmals Aktive in der Frauenbewegung hat mich die intellektuelle Verklemmung der "Schwestern" damals mehr als einmal verständnislos gelassen. Dabei waren einige Akademikerinnen, andere parteipolitisch engagiert, Hausfrauen gab es bezeichnenderweise so gut wie nicht, so dass man ein gewisses intellektuelles Potential hätte erwarten können in solchen sich "fortschrittlich" verstehenden Kreisen. Wahrscheinlich hätte es einiger Hausfrauen bedurft, um dem Thema "Freiheit" näher kommen zu können.
Einige Male hatte ich gar den Eindruck, hart an einer Steinigung vorbeigeschrammt zu sein, mit gelegentlich geäusserten abweichenden Gedanken wie z.B. dem "Familieneinkommen" im Unterschied zu dem üblichen "seinem Geld". Eine Diskussion fand nie statt, weil sie von vorn herein abgeblockt wurde. Bevormundung und Denkverbot wie Sie es in Ihrem Kommentar zu Frau Schneckenburger feststellen, war also damals schon Standard, es hat sich offensichtlich seitdem nichts gebessert. Die Damen haben Angst, etwas zu denken, was über ihren begrenzten, weil gelernten Horizont hinausgeht. Der Horizont ist die Partei oder die Religion oder das im akademischen System Gelernte, immer also das übernommene Mass aller Dinge.
Weiblichkeit heute ist in einem desolaten Zustand. Und wenn eine schon das arme kleine "es" braucht, um "Sinn zu machen" (wie macht es das und warum???), dann lässt das wenig Gutes ahnen. "Es" macht ja bekanntlich gar nichts! Am allerwenigsten "macht es" Denkvermögen.
Meine Hypothese ist, Frauen, die ihre Formation in Männerstrukturen (Parteien, Universitäten) erhalten haben, denken "traditionell" wie ihre Lehrmeister und wahrscheinlich nehmen sie die Welt auch so "elitär" wahr. Ich bin dieser Mentalität nicht nur bei sogenannten "Feministinnen" begegnet, sondern auch unter Matriarchatsforscherinnen, die allerdings ebenfalls aus dem Feminismus kommen, aber was Mentalität anbelangt, nichts dazugelernt haben, obwohl sie von ihrem auf alte Frauenkultur bezogenen Wissensgebiet eigentlich für Besseres vorbereitet sein müssten. Aber Theorie ist halt das eine, die Praxis dagegen etwas ganz anderes. Und wenn dann noch etwas Phantasie gefragt ist, dann ist das entschieden zuviel für die Systemtreuen. Herrschafts- und Eliteallüren sind offensichtlich auch für viele Frauen attraktiv nach einer mindestens 1000jährigen Konditionierung durch das Patriarchat und zu patriarchalen Männersystemen. Die "oben" wollen auf die Kontrolle über die "unten" nicht verzichten. Dann lieber nur über Freiheit schwatzen, damit alles so bleibt, wie es ist.
Ich kann Sacha Liebermanns Verwunderung über die feministische Einstellung zur Freiheit ohne Zwang zur Arbeit, zu welchem Preis auch immer, gut nachvollziehen. Die Damen gehören ja im allgemeinen nicht zu jenen, die zu jedem Preis ihr Sonntagsbrötchen erarbeiten müssen. Fragen Sie doch nur einmal die alten Hausfrauen, ob sie sich ein Grundeinkommen vorstellen können. Ich bin ziemlich sicher, Sie werden interessierte Zuhörerinnen haben.
melufee (http://www.hfmelusina.net, mit Kontaktformular)
Kommentar ¦ Geschrieben von
am 26 Juni, 2007 02:01 Uhr.