Warum bedingungslos und nicht bedingt, das ist immer wieder eine Frage die auftaucht, wenn über das Grundeinkommen gesprochen wird. Müsse man ein Grundeinkommen nicht an irgendeine soziale Leistung für die Gesellschaft binden, an einen Sozialdienst?
Bei einer Vorführung des Grundeinkommen-Filmes in Thun gab Enno Schmidt eine bemerkenswert einfache und logische Antwort.
In der Fremdversorgung ist die Arbeit selbst immer ein Beitrag für andere, eine soziale Leistung die man für die Gesellschaft erbringt. Fremdversorgung bedeutet, dass man nicht für sich selbst auf dem Feld die Kartoffeln pflanzt sondern für viele. Und Fremdversorgung bedeutet auch, dass derjenige der die Maschinen baut mit denen die Kartoffeln geerntet werden ebenso davon isst, wie z.B. der Verkäufer an der Supermarkt-Kasse.
Jede Arbeit ist immer Arbeit für andere. Oder ist Pizza backen und verkaufen etwa asozial?
Und apropos verpflichtender Sozialdienst: möchten Sie im Alter von einem Fahrzeugmechaniker gepflegt werden, der eigentlich lieber an einem Auto rumschraubt.
Hier ein Artikel des Thuner Tagblatt zur Veranstaltung am 28. Januar 2010 in der evangelisch-reformierten Kirche in Thun. Vor der Veranstaltung wurde im Schnee gekrönt.
Götz Werner weilt gerade in Österreich. Hier einige Ausschnitte von einem Interview im Standard:
STANDARD: Sie gelten als Vordenker der Ethik in der Wirtschaft. Und Sie sind Milliardär. Ethik und Profit - wie passt das zusammen?
Werner: Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun. Entscheidend ist, was macht man mit dem Vermögen? Mein Geld liegt im Unternehmen. DM konnte stark wachsen, weil ich das Kapital im Unternehmen gelassen habe. Ich besitze keine Aktien, Immobilien oder Ferienwohnungen in den Alpen.
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STANDARD: Sie treten für ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1500 Euro ein. Wenn Einkommen von Arbeit entkoppelt ist: Wer will dann noch für 900 Euro Windeln, Zahnpasta und Müsli verkaufen?
Werner: Wir sind darauf angewiesen, dass andere etwas für uns tun. Und dafür muss man eben attraktive Arbeitsplätze stiften. Die Arbeit wird derzeit nicht genügend bezahlt. Es ist im Übrigen eine Frage des Menschenbildes: Weckt das Grundeinkommen mehr Initiative oder unterbindet es diese? Dazu gibt es viele Untersuchungen.
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STANDARD: DM ist trotz Krise kräftig gewachsen. Die Umsatzrendite ist aber mit unter zwei Prozent geringer als bei anderen Handelsketten. Was, wenn das Geld ausgeht?
Werner: Unsere Rendite ist ausreichend. Die Erträge müssen so sein, dass sich mit ihnen die Zukunft bewältigen lässt. Mehr braucht es nicht. Man beteiligt sich nicht an Unternehmen wegen der Dividende, sondern damit es diese Firmen gibt. Und das ist Dividende genug. Geht es nur um sie, könnte man das Geld gleich aufessen. Es ist wie beim Atmen: Entnehme ich zu viel Gewinn, wird mir schwindlig.
Seit Oktober 2008 findet in Quantiga Velho in Brasilien ein erstaunliches Projekt statt. Die kleine Nichtregierungsorganisation ReCivitas zahlt seit 16 Monaten monatlich ein Grundeinkommen aus. Zwei Koordinatoren des Projektes, die 28 jährige Bruna Augusto Pereira und der 33 jährige Marcus Vinicius Brancaglione dos Santos sind derzeit auf Europa-Reise und berichten von den Erfolgen ihrer Arbeit.
Seit dem 22. Januar sind Bruna und Marcus in Basel. Aus zahlreichen Gesprächen ist nun ein erster Bericht über das Projekt in Quantiga Velho in deutscher Sprache entstanden.
Von Benjamin Hohlmann (Text) und Stefan Pangritz (Foto)
Bruna und Marcus sind noch bis zum 12. März in Europa. Sie sind daran interessiert an verschiedenen Orten von ihren Erfahrungen zu berichten. Schreiben sie den beiden.
Banner zur Facebook-Seite Bedingungsloses Grundeinkommen
Am 20.01.2010 um 20:17 Uhr hat die Facebook-Seite Bedingungsloses Grundeinkommen die 10.000er Marke überschritten. Und die Seite wächst weiter. Mittlerweile, zwei Tage später (ebenfalls um 20:17 Uhr), sind bereits 11.289 Fans der Seite. Wie schreibt Susanne Wiest die Initiantin der online Petition so schön: "Wir sind viele!"
Zum Unterstützen des Wachstums der Seite das obige Banner in Webseiten und Blogs einfügen und Freunde zur Seite einladen. Den Einbett-Code findet ihr hier.
Oben links findet ihr unter dem Logo-Bild folgende Möglichkeit: Freunden vorschlagen Einfach draufklicken und Freunde und Freundinnen persönlich einladen.
Wenn jeder nur 10 Freunde dafür begeistern kann, sind wir schon bald 100'000! Ja und dann gehts erst recht los...
Mit besten Grüssen Benjamin Hohlmann und Daniel Häni
Am Samstag, 23. Januar um 15.00 Uhr werden Bruna Augusto Pereira und Marcus Vinicius Brancaglione dos Santos im unternehmen mitte, Connect Cafe über das Grundeinkommenspilot-Projekt „ReCivitas“ in Brasilien berichten.
Sie selbst sind Mit-Initiatoren des Projektes und sind derzeit auf Europa-Reise um von ihrem Projekt zu berichten, ein Netzwerk aufzubauen welches die Initiative begleitet sowie finanzielle Unterstützer zu finden.
Das Projekt ist auch deshalb spannend, weil einige mutige Menschen sich entschlossen haben, mit einem Grundeinkommensprojekt einfach mal anzufangen und sei es aus eigener Tasche.
Kontakt zu Bruna und Marcus über diese Emailadresse: recivitas@recivitas.org.brin englischer, spanischer, portugiesischer und italienischer Sprache.
28. Januar, Kirchgemeindehaus in Thun (Frutigenstrasse 22) 18.00 Uhr Grundeinkommen Filmvisionierung und Gruppengespräche 19.45 Uhr Apéro 20.15 Uhr Diskussion mit den Filmautoren
Weitere Termine: 21. Januar mit Prof. Hans Ruh Die Zukunft ist geistig oder gar nicht 4. Februar mit Gil Ducommun Nach dem Kapitalismus 11. Februar mit Dr. Anna Gamma Spirituelle Impulse für ein neues Wirtschaften
"Es klingt manchmal ein wenig rätselhaft, was die Mitglieder der Initiative Grundeinkommen so von sich geben. Besonders als Anke Dietrich davon spricht, dass das Dreiland ein sehr heller Fleck auf der Landkarte sei, mit viel Potenzial für Veränderungen. 'Das liegt sicher daran, dass wir hier im Rheinknie sind – das Knie ist seit jeher ein Energiezentrum'."
Angefangen hat es am Hauptbahnhof in Basel: eine Krönungsaktion für das Bedingungslose Grundeinkommen. Dann zog eine „Krönungswelle“ durch Deutschland und die Schweiz. Inzwischen beziehen sich immer mehr Menschen auf die Aktion.
"Ein Impuls, zum Selberdenken. Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können. Schaut Euch die Verhältnisse an, schaut Euch Euer Leben an. „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“ Es tut not, dass etwas passiert. Es passiert nicht klagend, nicht rechthaberisch, nicht parteiisch. Es beginnt mit einem Lächeln. Es beginnt mit einem fragenden Blick. Es beginnt damit, sich die eigene Krone aufzusetzen. Sie anzunehmen. Viele behielten sie auf, ganze Straßenzüge verwandelten die Atmosphäre. Regiert euch selbst. Nein, nicht Anarchie, aber endlich mehr Demokratie. Mehr Frieden, mehr Hinschauen. Auf gleicher Augenhöhe lässt es sich besser in die Augen schauen. Das Grundeinkommen, ein Bürgerrecht. Ernsthaft."
Katja Kipping zur Vorsitzenden des Ausschusses für Arbeit und Soziales gewählt
Katja Kipping, Grundeinkommensaktivistin erster Stunde, wurde zur Vorsitzenden des Ausschusses für Arbeit und Soziales im Deutschen Bundestag gewählt. Pressmitteilung Website von Katja Kipping
Heute war Krönungswetter. Zu siebt trafen wir uns im "unternehmen mitte" und zogen mit einem Packen Kronen und Postkarten zur Mittleren Brücke. Auf beiden Brückenköpfen begannen wir mit der Arbeit.
Die Schweizer sind noch zögerlich mit den Kronen. Und das zu Recht. Eine Frau sagte: "Ich bin doch schon Königin." Stimmt. Sie meinte, in einer direkten Demokratie ist der Souverän Jeder und Jede. Das bedingungslose Grundeinkommen würde diese Souveränität noch einen Schritt weiter von der politischen in eine wirtschaftliche Souveränität führen.
Ein guter Grund immer bei Krönungswetter am Samstag um 12.00 auf die Mittlere Brücke zu kommen zum krönen und gekrönt werden.
Bericht vom "Tag der gesellschaftlichen Innovationen" in München, mit dem Thema Grundeinkommen und Regiogeld. Sehr eindrücklich war die initiative Unvoreingenommenheit der Studentenschaft und das schöne Setting und die kompetente Gastfreundschaft im Strascheg Center for Entrepreneurship! Link zur Pressemitteilung
"Sonntag 11:45 Uhr im Scala: Etwas übernächtigt betrete ich das Foyer des Programmkinos, wo eine Handvoll Menschen um einen Tisch herum steht, Mitglieder des TUN Lüneburg, die Initiatoren der Veranstaltung. Ich bin froh über ihre großartige Unterstützung, stehe ich doch als zugezogene Netzwerklerin ansonsten noch recht allein da. Ich inspiziere den kleinen leeren Saal, in dem die Vorführung des Films „Grundeinkommen“ gleich beginnt. Meine Erwartungen, was die Teilnahme angeht, sind eher gering. Lüneburger sind engagiert und offen für wichtige Themen, aber wer schleppt sich sonntags um diese Uhrzeit ins Kino? 12:05 Uhr: Der Saal platzt aus allen Nähten, wir bringen Stühle herbei, die letzten werden vertröstet, gleich im Anschluss laufe der Film nochmal. Ich sitze mit klopfendem Herzen vorn auf dem Fußboden, Sören als Unterstützer aus Hamburg neben mir. Eingangsworte, Film ab! Im Raum herrscht eine konzentrierte Stille, mit Spannung erwarten alle die 100 Minuten Kulturimpuls. Hörte ich bislang schonmal „zuviel Input“ und „anstrengend“ als Kommentare, so erlebe ich diesmal das Gegenteil: Man spürt, wie das Thema des Schweizer Films hier offene Türen einrennt und wie die provokante, erfrischende Art der Darstellung den Humor der Gäste trifft. Die anschließende „Diskussionsrunde“ wirkt eher wie ein Aktionsforum, bei dem erste Pläne geschmiedet werden! Wir sammeln zwei Seiten Adressen, und dem Gründungstreffen der Initiative in zwei Wochen steht nichts mehr im Wege. Ich freue mich auf eine erfüllte aktive Zeit mit vielen neuen Mitstreitern. DAS IST LÜNEBURG!"
Das Gründungstreffen der Lüneburger Grundeinkommensinitiative findet am Montag, 30.11. um 19 Uhr im Heinrich-Böll-Haus, Katzenstraße 2 statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
"Noch eindrucksvoller widerlegt der Bonner Gelehrte mit einem einfachen Rollenspiel die Traditionalisten, die unterstellen, dass Engagement sich am besten erzwingen lässt, wenn man den Mitarbeiter nur streng genug kontrolliert. Dabei werden zwei Vergleichsgruppen mit Chefs und Mitarbeitern eingesetzt. In der ersten legt der Chef einen Lohn fest und überlässt es den Mitarbeitern, wie viel sie dafür arbeiten. In der zweiten Gruppe ist die Entlohnung an detaillierte Arbeitsvorgaben und rigide Anwesenheitsbestimmungen geknüpft. Am Ende war das Leistungsniveau höher, wenn die Mitarbeiter nicht eingeschränkt wurden. Danach befragt, gaben die Mitarbeiter an, dass sie die Einschränkung als Misstrauen deuteten und darauf mit Leistungszurückhaltung reagierten.
Die Forschung zeigt also, dass sich Fairness und Vertrauen für das Unternehmen auszahlen kann. Mitarbeiter mit Respekt zu behandeln, ist nicht nur moralisch wünschbar, sondern ökonomisch sinnvoll."
"Denn es ist nicht die Arbeit, die uns in Zukunft zusammenhalten wird, sondern es ist das Potenzial, etwas aus sich, seinem Umfeld und der Gesellschaft zu machen. Und das geht nur, wenn jeder entsprechend frei von Existenzsorgen ist."
Das Strascheg Center for Entrepreneurship in München lädt zum 1. Tag der gesellschaftlichen Innovationen, mit Daniel Häni und Franz Galler. 17. November 2009, in München
"Bedingungsloses Grundeinkommen heißt: "in Freiheit tätig sein" und könnte eine freie Bildung und ein gutes Leben mit weniger Herz-Kreislauf Erkrankungen für ALLE ermöglichen."
Podiumsdiskussion mit: Prof. Dr. R. Gurny: Soziologin, Präsidentin Denknetz Schweiz K. Prelicz-Huber: NR Grüne, Prof. HS Luzern Prof. Dr. iur. R. A. Müller: Mitgl. GL Schweiz. Arbeitgeberverband D. Straub: Projektleiter Öbu