Eric Patry legt an der Universität St. Gallen bei Prof. Peter Ulrich eine bemerkenswerte Doktorarbeit zum Grundeinkommen vor. Die umfangreiche Studie erscheint die Tage als Buch beim Haupt Verlag in Bern. Die Arbeit zeigt, das die Idee des Grundeinkommens nicht neu erfunden werden muss, sondern in der bürgerschaftlichen und republikanischen Tradition und Kultur der Schweiz mannigfaltig angelegt ist und daran angeknüpft werden kann.
Marcus und Bruna, zwei vorbildlich engagierte Zeitgenossen aus Brasilien, sind in den letzten Wochen über Bozen, Basel, Karlsruhe, Köln, Dresden, Berlin, Bremen und noch mehr Orten durch Europa gezogen und haben ihr Pilotprojekt ReCivitas vorgestellt. Jetzt sind sie wieder in Brasilien zur Fortführung des eindrücklichen Projekts.
20'000 auf der Facebook Seite Bedingungsloses Grundeinkommen
HURRA!!!
Innerhalb von nur 2 Monaten hat sich die Anzahl Fans auf der Facebook Seite Bedingungsloses Grundeinkommen verdoppelt. Am 20. Januar waren es 10'000. Am 14. März 20'000! Der Frühling kommt bald...
Nächstes Ziel ist bis im Herbst zur WOCHE DES GRUNDEINKOMMENS und zur öffentlichen AHÖRUNGUNG der GRUNDEINKOMMENS-PETITION im Deutschen Bundestag die Anzahl Fans zu vervielfachen. 50'000? 100'000? mehr? Und das ist ja erst der ANFANG!
Prof. Dr. Theo Wehner ist seit 1997 ordentlicher Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der ETH Zürich und beschäftigt sich seit einigen Jahren auch mit Motivationspsychologie in der freigemeinnützigen Tätigkeit.
Er sagt zum Beispiel: "Vollbeschäftigung ist – wenn man einmal von sittenwidrigen Verträgen und Dumpinglöhnen absieht – die utopischere Vorstellung als jene des bedingungslosen Grundeinkommens."
oder: "So wie wir mit dem Eintritt in die Gesellschaft die Bürgerrechte bedingungslos bekommen, so kann man sich durchaus vorstellen, dass ein Grundeinkommen, bedingungslos und über der Armutsgrenze liegend, jedem Bürger und jeder Bürgerin gewährt wird."
oder: "Bei aller Reserve gegenüber der Anthropologie lässt sich zusätzlich sagen: «Auf das Tun-Können kommt es gerade des Geistes wegen an», so dass wir nicht von einem Menschenbild ausgehen sollten, welches die Verweigerung von Tätigsein unterstellt, sondern genau vom Gegenteil."
Raffael Jacomella gewinnt mit der Idee des Grundeinkommens den Wettbewerb: Was Zürich braucht
Am Samstag 13. Februar trafen wir uns im Restaurant "Imagine" im Zürcher Haupbahnhof mit der Kantonsrätin Andrea Sprecher und dem Stadtrat und Sozialvorsteher Martin Waser. Das Grundeinkommen ist keine Sozialpolitische Massnahme und sprengt den Rahmen der politischen Tagesgeschäfte. Deshalb waren wir uns schnell einig mit dem Vorschlag der SP in Zürich im Frühling eine Diskussionsveranstaltung z.b. im "Kaufleuten" und/oder verbunden mit einer Filmvorführung ev. in einem Kino in Aussicht zu nehmen.
Einen Bericht über das Treffen lesen sie hier auf der Seite der SP-Zürich: Grundeinkommen für alle
In der aktuellen Ausgabe der Zeit (11. Februar 2010) findet das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes in einem Artikel von Heinrich Wefing Platz auf der Titelseite. Der bemerkenswerte Artikel zeigt: der Zeitgeist steuert mit grossen Schritten in Richtung Grundeinkommen, anders formuliert: in Richtung "Etablierung des Grundrechts auf menschenwürdige Existenz".
"Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik hat das Verfassungsgericht verbindlich definiert, wie viel ein Mensch zum Leben braucht. Nicht in Cent und Euro, aber im Prinzip. Und es hat sich in seinem Urteil zu den Hartz-IV-Reformen die Frage vorgelegt, was das heißt: zum Leben. Genügt es, wenn niemand verhungert oder im Winter erfriert? Reicht es, wenn die Gemeinschaft all denen, die nicht für sich selbst sorgen können, Nahrung, Kleidung und eine warme Wohnung finanziert?
Nein, haben die Richter gesagt und dafür nichts Geringeres als das kostbarste Gut aktiviert, das die Verfassung kennt: die Menschenwürde. Zum Minimum gehöre im Sozialstaat des Grundgesetzes auch die Teilhabe an Bildung, dekretiert Karlsruhe. Der Zugang zu Kultur. Und wenigstens eine Chance auf politisches Engagement.
Kurz, das Verfassungsgericht sieht auch im Bedürftigen den Citoyen. Keinen Almosenempfänger, sondern einen Teilhaber der Gemeinschaft, die er mitgestaltet. Das ist die fraglos wichtigste Erkenntnis des Urteils vom vergangenen Dienstag: Die Menschenwürde des Hartz-IV-Empfängers ist die Würde eines Bürgers."
Statement von Götz Werner zum Richterspruch betreffend Hartz-IV-Gesetz
Das wichtigste Sozialurteil darf nicht in Suppenküchen münden.
"Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zu den Regelleistungen nach Hartz-IV sollte von der Politik ernst genommen werden. Sie tut es aber nicht, wie erste Reaktionen zeigen: Statt über eine angemessene Kindergrundsicherung nachzudenken, fällt Arbeitsministerin von der Leyen nichts besseres ein als Suppenküchen, Schulspeisung und Nachhilfeunterricht, von Verwaltungen organisiert und von Bürgern finanziert. Es geht den Richtern um würdiges Leben, nicht um Arbeitsbeschaffung für eine Verwaltung, die schon bei der Festsetzung der Bemessungsgrenzen gezeigt hat, dass sie völlig überfordert ist.
Gerade vor solchen Ideen von Verwaltung und Politik müssen die Bürger geschützt werden. Die Richter stellen klar, dass jedem Bürger ein Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben gewährleistet werden muss. Suppenküchen und andere Sachleistungen auf Antrag öffnen neue Tore für Willkür und Fehleinschätzungen und verletzen das Recht auf ein Leben in Würde.
Dies gilt insbesondere für die 1,7 Millionen Kinder und Jugendlichen, die der Hilfe durch die Bürgergemeinschaft bedürfen. Ihre physische Existenz und nachhaltige Entwicklung durch Bildung und Zuneigung müssen durch die rasche Einführung eines Kindergrundeinkommens gesichert werden, so wie dies die Experten des Deutschen Kinderschutzbundes seit langem fordern. Das Geld gehört in die Hände der Eltern und nicht in die von Bürokraten.
In einem zweiten Schritt ist es notwendig, ein Grundeinkommen einzuführen, dass jedem Bürger ohne administrative Verrenkungen zukommt. Weder willkürliche Regelsätze für arbeitslose Menschen noch ebenso willkürliche Steuerfreibeträge für Menschen in Arbeit sind eine passende Antwort auf die heutige richterliche Entscheidung, sondern diese an Bedingungen gebundenen und von parteipolitischen Konstellationen abhängigen Grundsicherungen der Bürger müssen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen abgelöst werden. Ich zweifle an der Aufrichtigkeit von Politikern, die Gängel- und Kontrollsysteme einführen wollen, um den Richterspruch umzusetzen. Dies ist weder sozial noch christlich, sondern soll lediglich der Zivilgesellschaft die individuellen Rechte zugunsten der politischen Entscheider entziehen."
Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Interfakultatives Institut für Entrepreneurship Universität Karlsruhe (TH) Prof. Götz W. Werner
„Monatelang feilte das Management von General Motors (GM) an dem Sanierungsplan für seine angeschlagene Tochter Opel“ (spiegel online, 9. Feb. 2010).
Nun sollen in Deutschland 3900 Stellen im Rahmen einer Restrukturieung gestrichen werden. Zusätzlich erbittet der angeschlagene Konzern 1.3 Milliarden Staatshilfe.
Wir schlagen vor: Liebe Regierung, investiere in Menschen. Grundeinkommen für Opelaner!
1.3 Milliarden, das sind 18 JAHRE monatlich 1500 Euro Grundeinkommen für 3900 Menschen!
Wer nachrechnen möchte:
1.300.000.000,- durch 3900 Menschen ergibt 333.333,- Euro pro Person.
Teilt man nun diesen Betrag durch 1500,- € ergibt sich die Anzahl der Monate, die man ein Grundeinkommen a 1500,- Euro auszahlen könnte (222).
222 Monate geteilt durch 12 ergibt mehr als 18 Jahre Grundeinkommen a 1500 € für 3900 Menschen.
Götz Werner weilt gerade in Österreich. Hier einige Ausschnitte von einem Interview im Standard:
STANDARD: Sie gelten als Vordenker der Ethik in der Wirtschaft. Und Sie sind Milliardär. Ethik und Profit - wie passt das zusammen?
Werner: Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun. Entscheidend ist, was macht man mit dem Vermögen? Mein Geld liegt im Unternehmen. DM konnte stark wachsen, weil ich das Kapital im Unternehmen gelassen habe. Ich besitze keine Aktien, Immobilien oder Ferienwohnungen in den Alpen.
...
STANDARD: Sie treten für ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1500 Euro ein. Wenn Einkommen von Arbeit entkoppelt ist: Wer will dann noch für 900 Euro Windeln, Zahnpasta und Müsli verkaufen?
Werner: Wir sind darauf angewiesen, dass andere etwas für uns tun. Und dafür muss man eben attraktive Arbeitsplätze stiften. Die Arbeit wird derzeit nicht genügend bezahlt. Es ist im Übrigen eine Frage des Menschenbildes: Weckt das Grundeinkommen mehr Initiative oder unterbindet es diese? Dazu gibt es viele Untersuchungen.
...
STANDARD: DM ist trotz Krise kräftig gewachsen. Die Umsatzrendite ist aber mit unter zwei Prozent geringer als bei anderen Handelsketten. Was, wenn das Geld ausgeht?
Werner: Unsere Rendite ist ausreichend. Die Erträge müssen so sein, dass sich mit ihnen die Zukunft bewältigen lässt. Mehr braucht es nicht. Man beteiligt sich nicht an Unternehmen wegen der Dividende, sondern damit es diese Firmen gibt. Und das ist Dividende genug. Geht es nur um sie, könnte man das Geld gleich aufessen. Es ist wie beim Atmen: Entnehme ich zu viel Gewinn, wird mir schwindlig.
Seit Oktober 2008 findet in Quantiga Velho in Brasilien ein erstaunliches Projekt statt. Die kleine Nichtregierungsorganisation ReCivitas zahlt seit 16 Monaten monatlich ein Grundeinkommen aus. Zwei Koordinatoren des Projektes, die 28 jährige Bruna Augusto Pereira und der 33 jährige Marcus Vinicius Brancaglione dos Santos sind derzeit auf Europa-Reise und berichten von den Erfolgen ihrer Arbeit.
Seit dem 22. Januar sind Bruna und Marcus in Basel. Aus zahlreichen Gesprächen ist nun ein erster Bericht über das Projekt in Quantiga Velho in deutscher Sprache entstanden.
Von Benjamin Hohlmann (Text) und Stefan Pangritz (Foto)
Bruna und Marcus sind noch bis zum 12. März in Europa. Sie sind daran interessiert an verschiedenen Orten von ihren Erfahrungen zu berichten. Schreiben sie den beiden.
Banner zur Facebook-Seite Bedingungsloses Grundeinkommen
Am 20.01.2010 um 20:17 Uhr hat die Facebook-Seite Bedingungsloses Grundeinkommen die 10.000er Marke überschritten. Und die Seite wächst weiter. Mittlerweile, zwei Tage später (ebenfalls um 20:17 Uhr), sind bereits 11.289 Fans der Seite. Wie schreibt Susanne Wiest die Initiantin der online Petition so schön: "Wir sind viele!"
Zum Unterstützen des Wachstums der Seite das obige Banner in Webseiten und Blogs einfügen und Freunde zur Seite einladen. Den Einbett-Code findet ihr hier.
Oben links findet ihr unter dem Logo-Bild folgende Möglichkeit: Freunden vorschlagen Einfach draufklicken und Freunde und Freundinnen persönlich einladen.
Wenn jeder nur 10 Freunde dafür begeistern kann, sind wir schon bald 100'000! Ja und dann gehts erst recht los...
Mit besten Grüssen Benjamin Hohlmann und Daniel Häni
Angefangen hat es am Hauptbahnhof in Basel: eine Krönungsaktion für das Bedingungslose Grundeinkommen. Dann zog eine „Krönungswelle“ durch Deutschland und die Schweiz. Inzwischen beziehen sich immer mehr Menschen auf die Aktion.
"Ein Impuls, zum Selberdenken. Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können. Schaut Euch die Verhältnisse an, schaut Euch Euer Leben an. „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“ Es tut not, dass etwas passiert. Es passiert nicht klagend, nicht rechthaberisch, nicht parteiisch. Es beginnt mit einem Lächeln. Es beginnt mit einem fragenden Blick. Es beginnt damit, sich die eigene Krone aufzusetzen. Sie anzunehmen. Viele behielten sie auf, ganze Straßenzüge verwandelten die Atmosphäre. Regiert euch selbst. Nein, nicht Anarchie, aber endlich mehr Demokratie. Mehr Frieden, mehr Hinschauen. Auf gleicher Augenhöhe lässt es sich besser in die Augen schauen. Das Grundeinkommen, ein Bürgerrecht. Ernsthaft."
Katja Kipping zur Vorsitzenden des Ausschusses für Arbeit und Soziales gewählt
Katja Kipping, Grundeinkommensaktivistin erster Stunde, wurde zur Vorsitzenden des Ausschusses für Arbeit und Soziales im Deutschen Bundestag gewählt. Pressmitteilung Website von Katja Kipping
"Noch eindrucksvoller widerlegt der Bonner Gelehrte mit einem einfachen Rollenspiel die Traditionalisten, die unterstellen, dass Engagement sich am besten erzwingen lässt, wenn man den Mitarbeiter nur streng genug kontrolliert. Dabei werden zwei Vergleichsgruppen mit Chefs und Mitarbeitern eingesetzt. In der ersten legt der Chef einen Lohn fest und überlässt es den Mitarbeitern, wie viel sie dafür arbeiten. In der zweiten Gruppe ist die Entlohnung an detaillierte Arbeitsvorgaben und rigide Anwesenheitsbestimmungen geknüpft. Am Ende war das Leistungsniveau höher, wenn die Mitarbeiter nicht eingeschränkt wurden. Danach befragt, gaben die Mitarbeiter an, dass sie die Einschränkung als Misstrauen deuteten und darauf mit Leistungszurückhaltung reagierten.
Die Forschung zeigt also, dass sich Fairness und Vertrauen für das Unternehmen auszahlen kann. Mitarbeiter mit Respekt zu behandeln, ist nicht nur moralisch wünschbar, sondern ökonomisch sinnvoll."
Ein sehr eindrückliches Portrait über Enno Schmidt, seinen Weg zum Grundeinkommen und seine Arbeitsweise: Initiative braucht Raum
a tempo: Die Initiative für ein Grundeinkommen ist für Sie wie ein Bild, an dem weiter gemalt wird?
Enno Schmidt: Oder eine Skulptur, die weiter aus dem Stein gehauen wird. Es ist ja viel weniger eine Utopie als das Herausarbeiten der bestehenden Wirklichkeit, über die nur nie wirklich gesprochen wird.
Der Chefreporter der TAZ, Peter Unfried, hat Enno Schmidt und mich in Basel besucht und ich habe ihn während der Woche des Grundeinkommens in Berlin - im Cafe MARX übrigens - getroffen. Aus den anregenden Gesprächen ist folgender Artikel entstanden:
Nach unserer Meldung am Samstag melden sich die "Piraten" zu Wort: und das zu recht. Denn sie haben die größte Facebook-Gruppe! Das aktualisierte Wahlergebnis lautet: 8973 Stimmen für die Piratenpartei, 6115 für das Grundeinkommen. Gefolgt von FDP, Grünen, SPD und knapp über der 5%-Schwelle die CDU und die Linke. (Stand, Montag, 5. Oktober, 12.00 Uhr)
Die Piratenpartei führt derzeit eine offene Diskussion zum Grundeinkommen. Wir freuen uns, wie intensiv und vielschichtig diskutiert wird. Und hier gehts zur Arbeitsgruppe der Piraten.
Einige Tage nach der Bundestagswahl fragen wir uns nach den "richtigen" Wahlwerkzeugen. Jedenfalls spiegelt Facebook nach wie vor ein ganz anderes Bild als die Bundestagswahl. Bei einem Vergleich der Mitglieder/Fans der jeweils grössten Parteien-Vertretungen bei Facebook kommen wir zu einem etwas anderen Wahlergebnis (Stand: 3. Oktober 12.00 Uhr)
Demnach kommt das Grundeinkommen auf 6083 Unterstützer, gefolgt von der FDP mit 4418 Unterstützern. Direkt anschliessend folgen die Grünen mit 4105 und die SPD mit 3901 Unterstützern. Eher abgeschlagen und nahezu gleich auf rangieren die CDU mit 2050 und die Linken mit 1997 Unterstützern.
Für den Bundestag ergibt sich somit bei 598 Stimmen folgende Sitzverteilung.
Die Grundeinkommenspioniere aller Parteien trafen sich anlässlich dieser überragender Zahlen für das Grundeinkommen mit Susanne Wiest und Ralph Boes zu einem geheimen Treffen in Mecklenburg-Vorpommern.
Aus internen Kreisen wurde verlautbart, dass intensiv über eine parteiübergreifende Koalition der Grundeinkommens-Befürworter diskutiert wird. Während Susanne Wiest als Bundeskanzlerin sowie Ralph Boes als Vizekanzler bereits fest zu stehen scheinen, wird noch über die übrigen wichtigen Bereiche im Kabinett verhandelt. Es ist abzusehen, dass mehr als ein neues Ministerium geschaffen wird. Wolfgang Strengmann-Kuhn gilt als Kandidat für das Ministerium für Altlasten. Katja Kipping gilt als aussichtsreiche Kandidatin für das Ministerium Ost-Erneuerung. Guido Westerwelle bekundete Interesse, in das Krönugswelle-Team mit einzusteigen und aus FDP-Mitteln den Bus "frei zu kaufen".
Postiv ist zu vermelden, dass schon die ersten zukunftsweisenden Ideen umgesetzt wurden. So wird der Montag als Tag des Bürgergespräches eingeführt. Mithilfe der Open-Space Methode sollen so die Anliegen der Bürger vermehrt in den Blick genommen werden und eine Gesprächs- und Aktionsplattform für Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik entstehen.
Das Basler Wahlhilfe-Team Benjamin Hohlmann und Daniel Häni
"Ob Boni oder Orden, Preise oder Zertifikate - im Berufs- und Wirtschaftleben wimmelt es nur so von Belohnungen aller Art. Und in den Medien wird häufig der Eindruck erzeugt, als erkrankten Menschen an Depressionen, wenn sie nicht unmittelbar für ihr berufliches Tun belohnt würden. Solche Gratifikationskrisen seien schädlich für die Psyche."
Susanne Wiest berichtet in Info3 über ihren Weg mit dem bedingungslosen Grundeinkommen: "Die erste Onlinepetition meines Lebens, die erste Rede vor einem großen Publikum, die erste politische Kandidatur, und das gleich für den Bundestag. Und nun schreibe ich also einen Artikel für info3, die ich schon lange gerne lese – auch neu.
Ich staune. Staune über die Bewegung und Veränderung, die das Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ in mein Leben gebracht hat. Das Thema trägt. Mich, aber auch viele andere. Wir werden sichtbar und gestaltend aktiv. Wir machen Demokratie. Frei, eigenverantwortlich und zusammen."
Tanja Ries, Künstlerin aus Berlin, komponierte und singt das neue Stück "Königin" zur Krönungswelle. In Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Rouven Kellermann entstand dieses Musikviedeo... Am 5. September startet die Krönungstournee in Greifswald.
Die Krönungswelle geht fürs Grundeinkommen auf Tournee
"Das bedingungslose Grundeinkommen ist in aller Munde – aus gutem Grund: Die Zeit ist reif dafür! Zu dieser gefühlten Stimmungslage trägt auch die Krönungswelle bei, die seit Mai 09 Zehntausende neuer Königinnen und Könige gekrönt hat. Die Krönungstournee vom 5.-20.9.09 ist der vorläufige Höhepunkt."
Wir machen Demokratie - Grundeinkommen im Bundestag
Susanne Wiest, Direktkandidatin für den Bundestag im Wahlkreis 16 (Greifswald, Demmin, Ostvorpommern)
Als wir Mitte 2008 im Film Grundeinkommen - ein Kulturimpuls (DVD 100min) an den Szenen zur möglichen Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens arbeiteten, kannten wir Susanne Wiest noch nicht. Es kam uns einfach mal in den Sinn, dass man in Mecklenburg-Vorpommern beginnen könnte, dort wo es an Einkommen fehlt, in einer Stadt, z.B. in Greifswald. Damit lagen wir anscheinend goldrichtig.
Zur Überraschung aller kam Anfang 2009 eine Petition an den Deutschen Bundestag für ein bedingungsloses Grundeinkommen - aus Greifswald. Von einer Tagesmutter, Susanne Wiest. Obwohl über 50'000 Menschen ihre Petition unterstützen, wurde die Behandlung des Anliegens auf die nächste Legislatur verschoben - auf nach der Wahl. Logisch, tritt diese Frau nun selbst als Direktkandidatin für den Bundestag an. Parteifrei und unabhängig. Das gefällt uns.
Im Frühjahr trafen wir Susanne Wiest in Berlin, reisten an die Ostsee, dorthin wo sie mit ihrer Familie lebt und wo sie arbeitet. Eine schöne Begegnung. Am Schauspiel Frankfurt bestritten wir zusammen eine vielbeachtete Veranstaltung und Ende Juli besuchte uns die Direktkandidatin mit ihrem Mann im unternehmen mitte in Basel. Aus den dabei entstanden Filmaufnahmen haben wir den nun vorliegende Filmbeitrag gestaltet.
Wir wünschen der Kandidatur von Susanne Wiest viel Aufmerksamkeit und Erfolg!
Enno Schmidt und Daniel Häni
Der Film kann einfach in jede Webseite eingebaut (EMBED) oder verlinkt (SHARE) werden. Wer eine Filmvorführung organisieren will, kann bei uns eine DVD bestellen: (info@initiative-grundeinkommen.ch)
Im Spiegel 33/2009 finden Sie einen ausgezeichneten Artikel zum Grundeinkommen Pilot-Projekt in Namibia:
"Mit den ersten 100 Dollar kaufte sie sich einen Sack Mehl, etwas Hefe, Feuerholz und eine Alu-Platte. Sie grub ein Loch in den Sand vor ihrer Hütte, legte das Holz hinein und zündete es an. Darüber stellte sie eine Öltonne, die sich erhitzte. Aus dem Mehl hatte sie einen Teig angerührt, den sie in leere Sardinendosen füllte, stellte sie in die Tonne, legte die Platte obendrauf, wartete. Nach 20 Minuten hatte sie ihre erste Ladung Mini-Brot. Sie fing an zu verkaufen, für einen Namibia-Dollar das Stück. Schnell sprach sich herum, dass Frieda Brot verkaufte, günstig und gut, dass man früh da sein müsse. Nach zehn Monaten hatte sie so viel Gewinn gemacht, dass sie sich einen Herd kaufen konnte für 3000 Namibia-Dollar, kaum jemand sonst besitzt einen Herd. Sie ist stolz, 'guckmal, drei Platten'. Sie öffnet die Klappe, schliesst sie wieder, öffnet sie, holt ihr kleinen Sardinenbüchsen heruas. 'Jetzt kann ich 250 kleine Brote am Tag backen', sagt Frieda. Das macht täglich 250 Dollar."
"...ich finde, Grundeinkommen ist die Idee, um hierbleiben zu können. Und das würde ich gerne mal auf eine Postkarte drucken. Ich glaube, das verstehen die Leute, denn das ist ja hier das Problem. Die Kinder gehen weg, die Männer arbeiten unter der Woche in Duisburg oder in Dänemark. Dann sind die Dörfer und kleinen Städte unter der Woche leer, in Jarmen ist das zum Beispiel so. Das ist auch für die Kinder nicht schön, wenn die Familie so auseinandergerissen ist."