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| Was
ist ein bedingungsloses Grundeinkommen? |
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| Bedingungslos
heißt ein Grundeinkommen, das jeder Mensch
erhält unabhängig davon, ob er oder
sie reich ist oder arm, allein lebend oder in
Gemeinschaft, jung, alt, krank oder gesund, mit
oder ohne Erwerb. Jeder erhält ohne Ansehen
der persönlichen Verhältnisse ein Einkommen
für sein Leben in Selbstbestimmung und kultureller
Teilnahme auf bescheidenem, aber nicht notleidendem
Niveau.
Das bedingungslose Grundeinkommen baut nicht auf
der Mentalität von Sozial- und Arbeitslosengeld
auf, sondern kommt aus einer ganz anderen Richtung,
nämlich aus einem freudigen Ja zur Potentialität
und Selbstverantwortung jedes Menschen in seiner
Würde. |
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| Ein Grundeinkommen
in der Schweiz? |
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| Die Einführung
eines bedingungslosen Grundeinkommens braucht
ein Verstehen dieser Idee. Daraus erst kann sich
ein breiter politischer Wille bilden. Es handelt
sich um einen paradigmatischen Entwicklungsschritt
der Gesellschaft. Die Schweiz bietet sich dafür
aus mehreren Gründen an.
- Sie ist ein Land mit hohem Lebenstandard und
grosser Wohlfahrt.
- Sie hat mit der direkten Demokratie das richtige
politische Willensbildungsinstrument für
diese Initiative.
- In der Schweiz ist mit der AHV (Alters- und
Hinterlassenenversicherung) und Ergänzungsleistungen
wie im Kanton Tessin die Idee des Grundeinkommens
nicht grundsätzlich neu. |
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Anita
Fetz Ständerätin
Kanton Basel-Stadt und Unternehmerin |
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"... Ich
finde die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens
zumindest überprüfenswert. Vor allem
heute, wo alles auseinanderdriftet, wo man auch
die Einkommen nicht immer mehr belasten sollte,
aber trotzdem eine Gerechtigkeit für alle
herstellen kann. ..."
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Beat
Jans Grossrat Kanton
Basel-Stadt (SP) |
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"... Ich
bin überzeugt, wenn die Entwicklung auf dem
Arbeitsmarkt so weiter geht und immer weniger
daran teilhaben können, dass die Diskussion
um das Grundeinkommen eine ganz wichtige und spannende
wird für die Gesellschaft, weil sich dann
die Werte verschieben werden. ..."
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| Wie hoch soll
ein bedingungsloses Grundeinkommen sein? |
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| Der Zweck
des bedingungslosen Grundeinkommens ist es, jedem
Menschen eine materielle Basis der selbstbestimmten
Lebensführung zu geben. Daraus folgt, dass
ein solches Grundeinkommen zwar bescheiden, aber
nicht notdürftig sein darf. Was das bedeutet,
ist eine Frage gemeinschaftlicher Übereinkunft
und sukzessiver Entwicklung. Es könnte in
der Schweiz zwischen 2000 bis 2500 Franken betragen.
Für Kinder könnte 500 plus 100 Franken
pro Lebensjahr gelten. |
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| Dann bleiben
die Leute doch in der sozialen Hängematte liegen! |
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| Das Grundeinkommen
fördert einen Mentalitätswechsel, der
gerade das Gegenteil eines trägen Abhängens
bewirkt. Es kann mehr Flexibilität freisetzen
und vielfältige, weitreichende, neue Antworten
auf den aktuellen und zukünftigen Bedarf
erlauben.
"Der Mensch ist von Natur aus faul. Ist für
seinen Lebensunterhalt gesorgt, geht er nicht
mehr Arbeiten. Das Grundeinkommen schafft ein
Land von Frührentnern."
Würde das Grundeinkommen von Heute auf Morgen
eingeführt, so könnte es sein, dass
ein Seufzer durch die Gesellschaft geht und einige
erst mal ausgiebig nichts tun. Doch das tun viele
auch heute schon, nur nicht freiwillig - oder
auf einem hohen finanziellen Niveau. Das Grundeinkommen
ist kein Sozialgeld, das Ausgrenzung symbolisiert
und Depression auslöst, sagt nicht, dass
ich als Verlierer übergangsweise auf Wohltaten
angewiesen bin und mich wieder eingliedern soll
in die Gesellschaft, indem ich mich selbst versorge.
Das bedingungslose Grundeinkommen ermöglicht
jedem ein Handeln aus der eigenen Intention.
Wo Arbeit nur dem Zwang ausliefert, wo sie weitgehend
sinnlos und die eigene Entwicklung blockierend
erlebt wird, ist Faulheit eine ganz gesunde Reaktion.
Die Faulheit wird den Menschen antrainiert, die
Eigenaktivität und Muße
hingegen ausgetrieben.
Von Natur aus will fast jeder Mensch arbeiten,
weil Arbeit sein relevanter Ausdruck ist, sein
Mitgestalten in der Gesellschaft, sein Sinn für
Andere und damit auch für sich selbst, weil
sie Kommunikation ist, der Spiegel seiner Fähigkeiten
und der Ort ihrer Anerkennung.
Das bedingungslose Grundeinkommen würde dazu
führen, dass vieles als Arbeit anerkannt
und durchgeführt werden kann, was heute ein
Schattendasein fristet, dass differenzierter und
innovativer gearbeitet wird und mit mehr Zuneigung,
auch mit nachhaltigerer Effizienz.
Zudem hebt das Grundeinkommen nicht den finanziellen
Anreiz für die Arbeit auf. Wer mehr will
oder braucht als das Grundeinkommen und
das werden viele sein wird dies nach wie
vor in der Erwerbsarbeit suchen. Ein hohes Einkommen
bleibt erstrebenswert wie heute. Wer aber jenseits
von Erwerbsarbeit tätig sein will für
andere oder sich selbst, wer außerhalb kaufkräftiger
Nachfrage Neues schaffen will oder Altes ordnen,
kann dies tun. Das ist nichts Anderes als menschengemäß. |
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Götz
Werner Leiter der
dm Drogeriemarktkette |
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| Götz
Werner ist Inhaber des Lehrstuhles für Unternehmertum
an der Uni Karlsruhe, Vertreter der Idee eines
bedingungslosen Grundeinkommens über
Skylla und Charybdis, die Beispielsfalle und die
Abstraktionsfalle, und wie man die Mitte hält.
Das ist, glaube ich, die Botschaft,
dass wir in dem ganzen Bemühen um diese Frage
immer nur für etwas sind und nicht gegen
etwas, nicht andere ausgrenzen.
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| Wer nicht arbeitet,
soll auch nicht essen! |
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| Was aber,
wenn genügend zu Essen da ist, aber immer
weniger Arbeit? Wenn der Mangel nicht an Waren
besteht, sondern der Bedarf des Menschen sich
weiterentwickelt und alte, bequem gewordene Vorstellungen
von seiner Existenz nicht mehr reichen?
Sinnvolle Aufgaben gibt es so viele, wie es Menschen
gibt. Sie kommen vom Menschen und sollten ihm
zugetraut werden. So kehrt sich der Blick um vom
Mangel an Gütern auf die individuelle Frage,
was menschliche Arbeit ist, was meine Arbeit ist.
Das Grundeinkommen bietet eine Basis, sie in die
Hand zu nehmen.
Heute haben wir Fremdversorgung. Nur verstehen
tun wir es noch nicht. An fast jedem Produkt,
das wir konsumieren, haben Menschen aus vielen
Erdteilen mitgearbeitet. Wer heute zur Arbeit
geht mit dem Gedanken, er tue das für sich,
weil er damit sein Einkommen erzielt, unterliegt
einer Bewusstseinsspaltung. Denn er tut seine
Arbeit für Andere. Und meistens tut er sie
sogar für Menschen, die er gar nicht kennt
und oft stellt er her, was er selbst gar nicht
braucht. Das Bezeichnende der Arbeit ist, dass
ich sie für andere tue. Dass ich ein Einkommen
beziehe, ist ein entgegenlaufender Vorgang. Das
Einkommen ist nicht das Ergebnis meiner Arbeit.
Das Ergebnis meiner Arbeit ist für Andere.
Das Einkommen stellt mich frei von der Selbstversorgung,
damit ich für andere arbeiten kann. Es berechtigt
mich, Leistungen von anderen in Anspruch zu nehmen,
mich von anderen versorgen zu lassen, damit ich
selbst das tun kann, was ich besonders gut kann.
Fremdversorgung, Spezialisierung, Rationalisierung
führen dazu, dass Unternehmen und Firmen
höhere Gewinne erzielen und gleichzeitig
Arbeitsplätze abbauen. Viel menschlicher
Arbeitseinsatz wird überflüssig. Aber
damit sind nicht die Menschen überflüssig.
Im Gegenteil. Sie sind aus diesen Verhältnissen
freigestellt, weil Bedarf zunehmend da herrscht,
wo Arbeit nur aus individuellem Erkennen und freier
Initiative entstehen kann.
Die kulturelle Entwicklung hinkt der technischen
und wirtschaftlichen hinterher. Die Pflege und
Fürsorge für andere Menschen krankt.
Die Kindererziehung ist unterbewertet. Es besteht
Bedarf an mehr Bewusstsein, an vielfältiger
Tatkraft, an einem Einsatz für die Umwelt
und die globalen Zusammenhänge, an einem
wachen Selbstverständnis für das eigene
Tun und dessen Wirkung in allen Arbeitsgebieten.
Wo Menschen etwas Neues schaffen, steht das zunächst
kaum im Zusammenhang mit kaufkräftiger Nachfrage. |
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Gabriele
Fischer Wirtschaftsmagazin
brand eins |
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Das ist das, was es spannend macht,
aber auch möglicher Weise gefährlich
macht.
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Windows Media Player
(.asf 13,2 MB) 
Mac Quicktime (.mpg
15 MB) Teil I
(.mpg 10,4 MB)
Teil II  |
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| Wer macht dann
die Drecksarbeit? |
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| Einerseits
müssten Arbeiten, die keiner machen will
obwohl sie notwendig sind besser
bezahlt werden. Das bedingungslose Grundeinkommen
kann gerade auch den Blick frei machen für
den Wert solcher Arbeiten.
Andererseits würden Unternehmen, die fragwürdige
Produkte herstellen, Arbeitgeber, die fahrlässig
gegen Menschen und Umwelt handeln und das Wort
Ethik nur aus der Werbung kennen es schwerer haben
als heute, Leute zu finden, die das mitmachen.
Sie werden verstärkt finanzielle Anreize
setzen müssen. Das machte ihre Waren oder
Dienstleistungen teurer und wirkt sich so auf
den Wettbewerb aus.
Das bedingungslose Grundeinkommen hat Einfluss
auf die Wertschöpfung. Es stärkt die
Nachfrage nach bedarfsgerechter Produktion und
Dienstleistung im Zusammenhang mit den Geschehnissen
der Zeit. Es hilft, verkrustete Machtstrukturen
abzubauen. Es schützt die persönliche
Lebensführung vor der Allmacht des Geldes.
Es spricht jedem die Wertschätzung zu, Unternehmer
der eigenen Biografie zu sein. Es gibt die Chance
zu neuen Biografien, ob im betrieblichen Kontext,
im Einzelnen für sich oder in freier unternehmerischer
Kooperation. |
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Benedikus
Hardorp
Wirtschaftsprüfer
und Steuerberater |
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Dr. Benediktus Hardorp zur Rolle der Selbsterkenntnis
in seinem Frankfurter Vortrag über die Finanzierung
eines Grundeinkommens.
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31,6 MB)  |
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