29 April 2010
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19 April 2010
Dennis Roemer
Ich träume davon, einen Veranstaltungsort zu etablieren, wo Künstler unter professionellen Bedingungen auftreten können. Ich träume von einem Netzwerk von Künstlern, Veranstaltern und Publikum welches nicht nur vom Gedanken der Rentabilität getragen wird... Also scheiss drauf, ob nur 10 Leute zum Eröffnungsabend kommen, ich weiß, dass nach 10 Monaten 1000 Leute da wären. Könnte ich 10 Monate durchhalten, wenn ich keinen Gewinn abwerfe? Alles braucht seine Zeit...
Dennis Roemer (* 1980), Veranstaltungstechniker, Berlin
09 April 2010
Kerstin Meißner
Ich habe die Vision, eine Seniorengenossenschaft zu gründen. Das ist so etwas wie eine Mischung aus Tauschbörse und Mehrgenerationen-Haus. Etwas, woran sich alle Altersklassen beteiligen und davon profitieren können. Leider geht das nur ehrenamtlich und ich habe nicht die Zeit dafür. Außerdem möchte ich sehr gern wieder musikalisch (klassischer Gesang) tätig werden. Und ich möchte endlich die Bilder malen, die mir in meinem Geist umherschwirren(;-)).
Kerstin Meißner (*1968), Ergotherapeutin, Thierstein
07 April 2010
Georg Graf
Ich würde Indologie und Sanskrit lernen und dann die alten Texte (Tantras) der Shaktas übersetzen. Als gelernter Theologe und Philosoph sowie als Praktizierender dieser Richtung fühle ich mich dazu in der Lage, die Texte (einigermaßen) zu übersetzen.
Georg Graf (*1970), EDV Fachmann, Wien
Daniel Germer
Ich würde genau das machen was ich sowieso mache, studieren um Arzt zu werden.
Daniel Germer (*1976), Student, Hessen
Maria Bergner
Ich lebe zur Zeit in einer Gemeinschaft von zwei Selbstversorger-Bauernhöfen mit zwei anderen Familien zusammen. Wir sind insgesamt sechs Erwachsene und sieben Kinder. Dieses Jahr bin ich noch in Erziehungszeit und beziehe Arbeitslosengeld 2. Wenn es ein Grundeinkommen gäbe, würde ich nur noch die kleine Käserei betreiben, die die Haupteinnahmequelle für alle drei Familien bildet, und mir um finanzielle Aspekte keine Sorgen mehr machen müssen, weil ich mit dem Grundeinkommen zusammen genug Geld zum Leben hätte. Und andere Leute könnten weiterhin unseren leckeren Käse essen.
Allgemein gesehen bin ich sicher, dass BGE den Menschen zu mehr Eigenständigkeit und Kreativität verhelfen würde.
Maria Bergner (*1982), Berga/Elster
Carsten Kirchmaier
Ich könnte mit dem bedingungslosen Grundeinkommen die Schule mit weniger Druck bewältigen.
Das bedingungslose Grundeinkommen würde mir die Freiheit für Neues schaffen!
Carsten Kirchmaier (*1989), Schüler, Großschönach
B. C.
Ich würde wieder zur Schule gehen. Eine Weiter- oder Ausbildung im Bereich Pflege machen und dann mit dieser Ausbildung mit Behinderten Menschen zusammenarbeiten. Am liebsten in einem Creativ-Atelier.
B. C. (*1980), Schweiz
03 April 2010
Vinko Zlovic
Ich würde das arbeiten, was ich gelernt habe und was mir von der Hand geht.
Dadurch gewinne ich an Zeit, in der ich innovativ für die Gesellschaft tätig sein könnte. Ich denke, daß dadurch auch die Ketten von z.B. Existenzsorgen weggesprengt werden. Wann fangen wir eigentlich damit an???
Vinko Zlovic (*1961), Angestellter, Krefeld
02 April 2010
Marco Meyer
Ich würde erstmal meinen Job kündigen. Der gefällt mir nämlich nicht.
Dann würde ich mich auf die Suche nach einer 50-60% Stelle machen, und nebenbei eine Ausbildung in Betriebsökonomie machen. Dank dem Grundeinkommen wäre ich während der Überbrückungszeit frei und ohne Stress. Wirklich eine tolle Idee, das würde ich sehr begrüssen.
Natürlich ist das ein Wunschtraum und niemals finanzierbar. Auch nicht durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Es wäre wirklich toll wenn mal jemand eine konkrete Rechnung mit dem BIP der Schweiz aufstellen würde, aber man schaue sich die AHV/IV an die geringere Leistungen bietet und Milliardenschulden macht, also sehe ich hier kaum eine realistische Lösung.
Auch der Arbeitsmarkt würde völlig aus dem Gleichgewicht kommen... Sind wir mal ehrlich ihr Träumer da draussen, wer würde noch fremde WC's putzen oder auf Stahlgerüsten rumklettern wenn er ein Grundeinkommen hätte?
Marco Meyer (*1988), IT, St.Gallen
29 März 2010
Gabrio Rossi
Ich arbeite als freischaffender Künstler. Da oft keine Aufträge da sind oder die Lebenskosten übersteigen die Einnahmen aus dieser Tätigkeit, ergänze ich mein Einkommen mit anderen Teilzeit Berufen, wie Handwerker, Lehrer u.s.w.
Wenn meine Existenz durch ein Grundeinkommen gesichert wäre, würde ich viel mehr meiner Zeit an die Kunst widmen können. Dadurch wäre es möglich, mich weiter zu entwickeln und mehr der Gesellschaft zu geben in dem Bereich wo ich am besten leisten kann.
Gabrio Rossi (*1951), Bildhauer, München
Johanna Groezinger
Unser Denken wurde ueber die Jahre so sehr von Gesetzen und Regeln bestimmt, je mehr falsch ging (oder als falsch angesehen wurde) desto mehr Paragraphen wurden aufgestellt, dass wir unserem gesunden Menschenverstand nicht mehr trauen. Woher wissen wir, dass eine sich selbstregulierende Gesellschaft nicht mindestens genauso gut funktioniert als eine von Barrieren und Zahlen und Vorschriften, wenn nicht wesentlich besser? Das Leben in (Gesetzes) Buchform und mit Kalkulationen festhalten und in Richtungen zu zwingen, funktioniert auf Dauer nicht.
Ich bin stark fuer einen "Rueckschritt" vom buerokratischen Wahn.
Ich wuerde nichts anders machen. Nur dass ich mir weniger Sorgen machen muesste, ob ich mit dem Weg, den ich einschlagen werde (ich stehe noch vor dem Studium) nachher auch ueberleben kann. Mir gefaellt der Satz "innovative, gemeinnützige, kulturelle
Leistungen, die nicht erwerbsbestimmt sein können, aber sinnstiftend." unglaublich.
Fuer mich steckt darin eine doppelte Bedeutung. Berufe und Arbeit nicht mehr nur als notwendiges Uebel sondern als relevant fuer die Gesellschaft und als Moeglichkeit fuer mich in meiner bewussten Entscheidung dem Leben etwas mehr Inhalt zu geben.
Johanna Groezinger, Weltreisende, in 2010 oder 2011 natur-, geisteswissenschaftliches oder kuenstlerisches Studium
22 März 2010
Joachim Grünewald
Ehrlich gesagt: ich würde wahrscheinlich ein bis drei Jahre erstmal GARNICHTS tun, und mich von Tag zu Tag einfach treiben lassen und machen was ich Lust hätte. Freunde treffen, ausschlafen, in die Sonne blinzeln, hahahah !
Nach drei Jahren würde ich mal zur Abwechlsung 1 Monat leicht arbeiten und dann würde ich wieder drei Jahre garnichts tun!
Ja, ich bin ehrlich, so ist es halt!
Joachim Grünewald (1982), Elektriker, Uchte
Andreas Hofmann
da ich heute schon mit viel Freude selbständig arbeite, das gleiche wie heute.
Andreas Hofmann (1964), Kinaesthetics Trainer, Geroldswil
Cornelia Müller
Es wäre wunderbar! An meiner Arbeit würde sich nichts ändern, aber an der konstanten Geldknappheit, an den unproduktiven Zweifeln, ob das Geld für alles Zuzahlende reicht, ob ich meine Arbeit weiterführen kann oder ob ich mir eine Arbeit suchen muss, die genügend gut bezahlt wird, um zu überleben...
Zudem kommt, dass von meiner Arbeit etliche andere Menschen zeitweise abhängen. Das bedeutet, dass wenn ich sie aufgebe, auch andere Arbeits- und Erwerbsausfälle haben.
Seit 1999 organisiere ich das international bekannte UNCOOL Festival in dem Südbündner Bergtal Valposchiavo. Als mein Vater mir eine stattliche Erbschaft hinterliess, investierte ich diese vollumfänglich in meine Vision einer musikalischen, künstlerischen, gewaltfreien und gerechten Welt. In gewisser Weise war dieser Umstand dem "bedingungslosen Grundeinkommen" vergleichbar: für meine Grundbedürfnisse war gesorgt und ich konnte mich mit aller Kraft und Phantasie der Realisierung meiner Vision widmen.
Mittlerweile sind neue Ideen und Projekte entstanden, aber das Geld ist aufgebraucht und dementsprechend schwerfällig und hindernisreich ist meine Arbeit geworden - alles andere als leicht, sodass ich mir ein Wunder wie zum Beispiel den Jackpot im Lotto oder eben ein "bedingungsloses Grundeinkommen" wünsche!
Ich sehe die Gesellschaft als ORGANISMUS, den Geldfluss als BLUT und aus diesem Grund müssen alle Elemente dieses Organismus ernährt und versorgt werden, um das Überleben desselben zu gewährleisten. Eine Unterversorgung gewisser Elemente führt zur Lädierung und unter Umständen zur Zerstörung des gesamten Organismus wie man sich leicht vergegenwärtigen kann, was geschehen würde, wenn im eigenen Körper das Blut beispielsweise nicht mehr eine Hand, ein Bein oder ein Organ versorgen würde... Letztlich ist der gesamte Planet ein Organismus und wie krank und lädiert er ist, kann man jeden Tag in den Nachrichten lesen, hören, sehen!
Cornelia Müller (*1950), Künstlerin, Organisatorin Festival UNCOOL, Dr. der experimentellen Psychologie, Poschiavo
13 März 2010
Anna
Ich würde erst Mal von hier wegziehen, denn die Wohnung macht mich krank. Als Arbeitslose muss ich bleiben wo ich bin. Dann würde ich mir und meinem Kind ein Auto besorgen, damit ich flexibel bin.
Danach würde ich gerne Weiterbildungen besuchen und mich kreativ und gesellschaftlich betätigen.
So stecke ich hier verdammt fest.
Anna, Germany
Christiane Schär
Als erstes würde ich mich mal ganz genüsslich auf unsere 3 Kinder (die jüngste ist 6 Monate alt) konzentrieren, so viel Zeit wie möglich mit Ihnen verbringen, denn die Zeit, wo sie uns brauchen, wo wir Ihnen was mitgeben können, ist so kurz (wie ich bei meinem Ältesten, 9 Jahre alt, jetzt schon sehen kann).
Parallel würde ich mich wie bisher ehrenamtlich um unsere Schule kümmern (die ich mit gegründet habe); eine Montessori-Schule in Trägerschaft eines Elternvereins.
Und schließlich würde ich in Ruhe überlegen, was ich mit meinem jetzt gerade im Abschluss befindlichen Zweitstudium (Soziale Arbeit) machen könnte. Könnte da verschiedenes ausprobieren - in der Altenarbeit oder mit Frauen - was mich aber begeistern müsste, was bringen müsste (aber eben nicht (so) finanziell, sondern eher inhaltlich).
Christiane Schär (*1968), Dipl.-Ing. + Dipl. Soz.päd.
09 März 2010
Michael Brückner
Ich würde überwiegend das gleiche tun wie jetzt. Allerdings könnte ich meine Dienste als Coach und Berater auch häufiger an weniger zahlungskräftige Menschen anbieten sowie mehr an gemeinnützigen Projekten arbeiten. Gegenwärtig habe ich 5 Haupteinkommensquellen auf die ich angewiesen bin, was für mich auch vollkommen in Ordnung ist. Mit einem BGE könnte ich mich intensiver auf einzelne Projekte konzentrieren und damit auch schneller zu Ergebnissen kommen. Wegen der gegenwärtigen Einkommensunsicherheit muss ich aber mehrgleisig fahren, und kann daher weniger intensiv die Projekte angehen, für die ich entsprechend motiviert am liebsten all meine Energie einsetzen würde.
Michael Brückner (*1973), Coach, Berater, Mediator/Konfliktmanager, Trainer, Berlin
Mannkind Ober
Jeder würde das tun, was in ihm steckt, so kämen eine Menge Profis auf den Plan. Positiv und negativ im Ergebnis, so wie ich die Menschen kenne...
Mannkind Ober
Michael Müller
Kenne diese Idee schon länger und finde den Ansatz sehr gut, da endlich der Druck von jeden einzelnen genommen wird und so könnte jeder seine Fähigkeiten in die Gesellschaft einbringen ...
Es gibt mit Sicherheit auch Menschen die dann auch wieder Arbeiten würden, die momentan keiner Tätigkeit nachgehen und durch die Befreiung, wie ich dies mal nennen will, wieder neue Ideen entwickeln da ja kein finanzieller Druck mehr vorhanden ist.
Ich für meinen Teil würde mich stärker sozial engagieren z.Bsp. in einem Altenheim und nebenbei meiner bisherigen Tätigkeit nachgehen.
Jetzt werden Sie sich mit Sicherheit fragen warum ich das nicht jetzt schon leiste... Ich verdiene mit meinen Programmiertätigkeiten einen Stundenlohn den ich in den sozialen Bereichen nie verdienen würde und d.h. gleichzeitig ich komm gerade so durch den Monat und kann gerade so meine Rechnungen bezahlen und mir bleibt somit keine Möglichkeit mich anderen Tätigkeiten zu widmen.
Von was auf die Seite legen (Stichwort Altersvorsorge, wobei bei diesem Geldsystem es keinen Sinn macht einen Vertrag über 30-40 Jahre abzuschließen) ist bei mir zu minderst keine Rede ....
Michael Müller (*1978), Webdesign/Programmierung, Augsburg
03 März 2010
Alexandra Nemecky
Ohne finanzielle Sorgen frei an der Sache arbeiten zu können, die mir vorschwebt, ist ein Traum! Ich glaube auch, daß ich effektiver und unbefangener jeden Tag meiner Arbeit nachgehen würde. Besonders die Last ein Einkommen in irgendeiner Weise erwirtschaften zu müssen, lähmt oder hemmt mich als der Gesellschaft zugehörigen Person, da ich mich mit meiner Beschäftigung wenig in ihr integriert fühle. Mit einem Grundeinkommen hätte ich die Möglichkeit ohne Exsistenzangst meine Ideen zu verwirklichen und meinen Beitrag in der Gesellschaft zu leisten. Schon der Gedanke daran wirkt beflügelnd. Mir gefällt auch, daß alle Menschen mit dem Grundeinkommen in der Basis gleichberechtigt und gleichgestellt werden. Ich bin Kunststudentin, alleinerziehend und derzeit Hartz IV Empfängerin.
Alexandra Nemecky (*1975), Studentin
02 März 2010
Astrid Gutendorf
Schluß mit der Stigmatisierung - weg mit Hartz IV - Her mit dem bGE!
oder
Weg mit der spätrömischen Dekadenz unserer Politiker - Weg frei für das bGE!
Dies sind meine Slogans für ein bGE. Endlich würde die Last der Existenzangst von mir weichen. Arbeiten würde ich trotzdem gerne. Ich denke das ich mich selbständig machen und meine wirklichen Ziele verfolgen würde. Wäre es nicht herrlich, arbeiten zu können, was einen wirklich erfüllt. Also nicht nur frei von der staatlichen Abhängigkeit, sondern auch frei im eigenen Tun. Ich könnte mir das sehr gut vorstellen. Auch denke ich, das dies alles gut wäre, für bestimmte Umweltprobleme zu lösen. Die Arbeitgeber müßten fortschrittlicher Denken, wenn Menschen nicht mehr für Umweltverschmutzer arbeiten müßten, also eine Veränderung des allgemeinen Arbeitsmarktes ausgelöst würde.
Astrid Gutendorf
01 März 2010
Diana Sendel
Ich würde auf jeden Fall weiter arbeiten aber nicht so wie bisher. Ich bin selbstständig als Tagesmutter und muss sagen das meine Motivation ganz stark gesunken ist, seit den gesetzlichen Änderungen Anfang 2009. Ich arbeite derzeit für ein sogenanntes Brutto von 2,- die Stunde wovon ich natürlich auch für meine KV finanzieren muss!
Also wenn ich wüsste das unsere Existenz mit unseren beiden Kindern gesichert wäre würde ich meine jetzige Arbeit weiter tun und zwar mit wieder viel mehr Motivation - anderenfalls wenn wir in Hartz 4 abrutschen, dann habe ich keine Kraft
mehr mir jeden Tag die Nerven zu ruinieren. Dann muss der Staat sehen wie er sein Vorhaben die Kinderbetreuung auszubauen realisiert bekommt. Ich lasse mich auf dem Hartz 4 Niveau nicht ausbeuten und gehe dann irgendwann in eine Anstalt weil ich es nicht geschafft habe. Die Arbeit mit Kindern ist teilweise auch körperlich sehr anstrengend ganz zu schweigen von der nervlichen Beanspruchung. Deutschland will so viel tun und am meisten doch für die Kinder. Ich merke davon leider nicht sehr viel.
Diana Sendel (*1972), Tagesmutter
26 Februar 2010
Brigitte Hänni
Ich begrüsse ein bedinungsloses Grundeinkommen, weil es vielen Menschen ihre Würde wieder zurückgibt.
Die Gleichberechtigung wäre kein Thema mehr und niemand müsste sich mehr in der Opferrolle einfinden und in dieser Rolle Almosen empfangen.
Ich glaube durch ein Grundeinkommen würde viel Raum für Eigeninitiative entstehen, wobei ich denke, dass wir langsam in diese Freiheit hineinwachsen werden - ein Kind das sozusagen wächst. So könnte jeder die Chance ergreifen zu dem zu werden wie er gemeint ist und nicht mehr unter dem Druck stehen, wie er sein Leben finanzieren kann. Ein bedingungsloses Grundeinkommen öffnet für mich auch die Tür zu mehr Zeit und zu vermehrten Gesprächen untereinander und würde statt der Isolierung wieder vermehrt die Gemeinschaft pflegen in der durch das Miteinander wunderbare neue Ideen entstehen und so die Potenziale jedes Einzelnen genutzt werden können in einem Projekt.
Endlich würden die Resourcen des Menschen zum Wohle der sozialen Miteinander entsprechend genutzt werden können. Ich verspüre hier auch viel Neugier ganz neue Felder zu betreten - ohne dass ich mir dabei überlegen muss, ob ich das von vornherein finanzieren kann und die Gefahr besteht, dass ich mich um meinen Lebensunterhalt bringe.
Auch denke ich, bekäme die gemeinnützige Arbeit wieder einen ganz neuen qualitativen Wert und der Familiengründung wird auch wieder grünes Licht gegeben.
Brigitte Hänni (*1960), Gesunheits- und sensitive Lebensberatung, Amriswil
Julia Mortimer
Hätte ich ein Grundeinkommen, könnte ich in Ruhe meine Kinder erziehen und so arbeiten, dass ich die Arbeit den Bedürfnissen meiner Familienarbeit anpassen kann und nicht umgekehrt.
Ich müsste keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen und mich dort nicht dafür rechtfertigen, dass ich meine Kinder gerne selbst erziehen möchte und nicht in ein Tagesheim schicken möchte (was mich immer wieder an den Rand meiner Nervenbelastung bringt). Ich liebe Haushalt und Familienarbeit und um das leben zu können, trotz alleinerziehend zu sein, wäre mit dem Grundeinkommen endlich möglich. Es wäre eine enorme psychische Entlastung!
Julia Mortimer (*1978), Pflegehelferin und Mutter, Basel
Manuela Krattiger
Mit einem Grundeinkommen wäre mir eine grosse Last abgenommen. Ich könnte mir entspannt Zeit nehmen, mich um meinen kleinen Sohn zu kümmern und ihn gut ins Leben zu begleiten. Ich würde herauszufinden versuchen, wohin mich mein Herz trägt. Ich denke da an Projekte die sich um das Thema Mutter und Kind drehen. Also z.B. Mütter nach der Geburt betreuen; wieder Raum für die Kinder schaffen, denn ich glaube, dass wir nur mit glücklichen und geliebten Kindern eine gesunde Gesellschaft aufbauen können. Das Grundeinkommen gäbe mir Zeit, diese Dinge langsam aufbauen zu können, so dass ich mir und meinem Kind gerecht werden könnte. Und ich müsste mich nicht mehr in einen Job begeben, der mich unglücklich und krank macht. So könnte ich mich sinnvollen Tätigkeiten widmen, die wenig oder gar nicht entlöhnt sind, die aber mich erfüllen und mir im Leben Sinn stiften.
Manuela Krattiger (*1973), Direktionssekretärin, zur Zeit Mutterschaftspause, Basel
20 Februar 2010
Gudrun König
Leider ist es ja heute so, daß schon Enddreißiger Angst haben, ihren Job zu verlieren. Und mit Ende 50, trotz sehr guter Ausbildung und Arbeitsbiografie, aber Break zunächst aus gesundheitlichen und dann aus familiären Gründen (ich habe meine Mutter gepflegt und bitteschön nunmehr dem Anspruch, nicht mehr geografisch wandern zu müssen) - da hilft es mir auch nichts zum Putzen bereit zu sein. Das "Einkommen" daraus würde nicht ausreichen. Was würde ich tun, wenn meine Grundbedürfnisse abgesichert wären?
In meinem Wohnort ist nach der Wende die (Textil-)Industrie, die vor 120 Jahren zum Aufblühen unseres Ackerbürgerstädtchens beitrug, komplett weggefallen - Arbeit für ca. 1000 Leute. Heute ist unser Hauptkapital die wunderschöne Landschaft des Elstertales, aber die gegenwärtigen gesellschaftlichen Umstände erlauben es nicht wirklich, dieses Potential zu vermarkten/nutzen. Wenn ich nicht mehr ackern müßte, um die Mindestkosten für meinen Lebensunterhalt aufzubringen, dann wäre das Thema Stadt-/Tourismusmarketing meine absolute Traum-Spielwiese. Möglichkeiten und Ideen gibt es ganz viele (nicht nur von mir) - aber leider hat die Kommune kein Geld...
Gudrun König (*1951), Journalistin / Fachfrau Marketingkommunikation, Berga/Elster
Marco Glavas
Ich würde meinen aktuellen Job kündigen. Sofort.
Danach würde ich erst einmal versuchen meine gesundheitlichen Probleme endgültig zu kurieren.
Ich habe seinerzeit mein Hobby zum Beruf gemacht. Das war ein grober Fehler. Nicht nur hat sich die Branche in den letzten zehn Jahren massivst negativ entwickelt, mir ist auch die Lust auf das Hobby vergangen.
Ich würde mir also andere Möglichkeiten suchen, würde versuchen bei handwerklichen Betrieben unter zu kommen, würde ein Studium anfangen (zum Beispiel Psychologie) oder würde versuchen Ideen umzusetzen, die für mich wegen Existenzangst bisher viel zu riskant waren.
Ich würde auch aufhören auf den richtigen Zeitpunkt für Kinder zu warten. Wenn ich wüsste, dass deren Existenz gesichert ist, würde ich eine Familie gründen.
Marco Glavas (*1981), Informatiker, Buchs
Jan Haugg
Ich würde mein Studium beenden, mich weiterhin nebenbei in Umweltschutz und Politik engagieren, jeden Monat Geld beiseite legen und damit später meine eigene Ökostrom-Firma oder Forstunternehmen eröffnen.
Zusätzliches Geld würde ich mir verdienen, wenn es passt, mit Musik, Übersetzungen, Theaterspielen.
Ich würde jeden Monat weiterhin an den WWF, BUND und "I plant a tree.org" spenden.
Tatenlosigkeit gibt es bei mir nicht, dafür gibt es zu viele Probleme auf der Welt, die mich bewegen und mich aus dem Sessel schubsen!
Jan Haugg (*1987), Student, Stralsund
