René Pilloud, Basel, Selbständiger Shiatsu-Therapeut und Service-Angestellter im "unternehmen mitte" (*1971):
„Ich wäre noch ehrlicher zu mir und noch ehrlicher zu anderen.“Als Erstes würde ich mich auf meinen faulen Buckel legen und mich irgendwo am Meer oder in den Bergen beim Baden ... Volleyball-Spielen, einen Drink mischend, flirtend oder snöbend dieser neuen Sinnfindungs-"Krise" widmen ... bis ich es satt bin und ein Impuls mein System durchdringt und nach Aktivität verlangt.
Wenn das Geld keine Rolle mehr spielt, würde ich mich höchstwahrscheinlich der Organisation von Ausflügen und Events widmen. Ich würde ein Subunternehmen unter dem Titel "um-events" gründen und als Erstes richtig heftig loslegen mit einer Ausflugsserie, die unter dem Titel: "fast & heavy" laufen würde: mitte goes bob-fahren – mitte goes bungy – mitte goes body-flying – mitte goes what ever ....
Im Sommer wäre ich dann wieder mit der beach-volley crew unterwegs, würde Tango tanzen und Handanlegen an meinen Klienten, hin und wieder an sommerlichen Abendnächten auf der Terrasse servieren, würde Schulungen anbieten zum Thema Körperarbeit, Persönlichkeitsentwicklung und Kommunikation und dann für die Saison 2007 eine 2. Serie an Ausflügen planen, die eher etwas nach Innen gerichtet ist. ... mitte goes blind ...was, wenn ich 24 Std. nichts sehe? etc. ...
Wenn ich ganz freiwillig arbeiten würde, würde ich mich als Kellner anders fühlen ... vielleicht müssten die Gäste das eine oder andere Mal etwas länger auf ihren Drink warten ....vielleicht würde die Arbeit mehr geschätzt ....vielleicht wäre ich ein noch besserer Gastgeber und würde die Leute bedienen, als wären sie bei mir zuhause ....vielleicht würde ich zwischendurch eine Pause machen und mich hinsetzen, wenn ein interessantes Gespräch zustande kommen würde.
In meiner Rolle als Therapeut würde ich vielleicht bei einem Spaziergang mit den Kunden sprechen, müsste keine Bedenken haben, ob ich genügend Klienten ... heißt: genügend Geld einnehme – was bedeuten würde, dass ich noch klarer in die Behandlungen gehen könnte, mein Ego noch weiter in den Hintergrund bringen könnte, ein noch effizienteres Werkzeug wäre ... Ich könnte Kunden eher zurückweisen, wenn ich das Gefühl hätte, unsere Zusammenarbeit sei nicht fruchtbar ... hätte nicht diese – in meinen Augen – für den Therapeuten konfliktreiche Verbindung von Heilung und Geld, was ich eh als etwas Irrwitziges erachte. ... Nicht, dass eine Therapie keinen Wert hätte.
Vielleicht würde es dann auch viel weniger Therapeuten brauchen, und die Menschen würden einfach wieder etwas mehr leben?
Vielleicht gibt es auch so viele Therapeuten, weil gar nicht mehr genügend Arbeit da ist.
Als Zusammenfassung meine ich: Ich wäre noch ehrlicher zu mir und noch ehrlicher zu anderen ... wäre ruhiger und würde mich sicherer fühlen in meiner Haut, hätte mehr Freude und mehr Zeit für Lustvolles ....würde mich hin und wieder langweilen und wieder auftauchen um die Menschen auf mannigfaltige Art und Weise noch etwas näher zusammenzubringen.
René Pilloud, Mensch.