Morgens würde ich an die Uni gehen (und das interessehalber und nicht um Punkte zu sammeln), im Wald spazieren, Pflanzen pflanzen, haufenweise Bücher lesen, mit den Nachbarn Kaffeepause machen und auf Fahrradtouren Neues denken, da nun jegliche Geldbeschaffungs- ,koordinations- und balancestrategien überflüssig würden und der Platz frei würde, möglichen Möglichkeiten und anderen Lustigkeiten eine Auftrittsmöglichkeit zu bieten (bei der Menge von freiwerdendem Platz in meinem Hirn müsste es also fast schon ein Echo geben). Nachmittags würde ich einer Arbeit nachgehen, welcher Art wär mir dann, glaube ich, ziemlich egal. Wichtig wär mir, dass ich die Leute mag. Da ich mit dem Grundeinkommen gut leben könnte stünde das Geld nicht im Vordergrund, sondern ich möchte unter die Menschen und meinen Teil zur Gesellschaft beitragen (oh Wunder, die mag ich nämlich eigentlich gar nicht). Und irgendwann, wenn ich mit dem Fahrrad genug weit gefahren wäre und an der Uni das bekommen hätte, was ich wollte, würde ich mein eigenes Ding auf die Beine stellen, davon bin ich überzeugt. Irgendwas Gutes, was irgendeinen Bezug hat zu irgendwas.
Luzia Fleischlin (*1980), Studentin auf Arbeitssuche & Innendekorateurin, Basel